Zwei russische Extremkletterer haben am Mittwoch die Antenne des Empire State Buildings in New York City erklommen und damit eine hochriskante Liebesbotschaft in 443 Metern Höhe hinterlassen. Das schwarz gekleidete Paar entrollte an der Spitze des Wolkenkratzers ein Banner mit der Aufschrift: „Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht besiegt, wird die Welt Frieden finden.“ Das Zitat wird dem 1970 gestorbenen US-Musiker Jimi Hendrix zugeschrieben. Bei der Aktion handelte es sich offenbar um einen Heiratsantrag.
Riskante Romantik in luftiger Höhe
Der Sender ABC und andere Medien veröffentlichten ein Video, auf dem der Mann auf einer Plattform unterhalb der Gebäudeantenne vor der Frau niederkniet. Anschließend scheint sich das schwarz maskierte Paar zu küssen. Die beiden Kletterer sollen die Russen Angela Nikolau (33) und Ivan Beerkus (32) sein, wie die Zeitung „USA Today“ und die „New York Times“ berichten. Sie sind die Hauptfiguren des Films „Skywalkers: A Love Story“ von 2024, in dem es um ähnlich riskante Kletteraktionen ohne oder mit nur wenig Absicherung geht. Co-Regisseur Jeff Zimbalist kommentierte anlässlich der Filmpremiere: „Der Romantik wohnt ein Risiko inne.“
Polizei zeigt sich wenig beeindruckt
Deutlich nüchterner fiel die Stellungnahme der New Yorker Polizei aus. „Zwei Personen wurden ohne Zwischenfall in Gewahrsam genommen“, erklärte ein Polizeisprecher, nachdem das Paar unverletzt wieder festen Boden unter den Füßen hatte. „Die Ermittlungen dauern an.“ Körperkameras des New York Police Departments zeigen, wie ein Polizist eine schmale Leiter zu dem Paar hinaufsteigt. „Könntet ihr bitte genau da stehen bleiben“, sagt er zu den beiden. Wenig später werden die beiden abgeführt.
Sicherheitslücke am Wahrzeichen
Reguläre Besucher kommen nicht weiter als bis zum Aussichtsdeck in der 102. Etage. Derzeit ist noch unklar, wie es dem Paar gelang, die 61 Meter hohe Antennenkonstruktion darüber zu erreichen. Die Aktion wirft Fragen zur Sicherheit des berühmten Gebäudes auf. Die Polizei ermittelt nun, ob die Kletterer möglicherweise unerlaubt Zugang zu nicht öffentlichen Bereichen erlangten oder Sicherheitsvorkehrungen umgingen.



