Krim-Bewohnerin lebt seit zwölf Jahren im Ausnahmezustand – 30 Tote bei Kyjiw-Angriff
Krim-Bewohnerin im Ausnahmezustand – 30 Tote bei Kyjiw

Leben auf der besetzten Krim: Zwölf Jahre Ausnahmezustand

Eine Bewohnerin der von Russland 2014 völkerrechtswidrig besetzten Krim schildert ihren Alltag im Ausnahmezustand. In einer E-Mail an die ukrainische Journalistin Valeriia Semeniuk schrieb die tatarische Frau, die hier Guzel Osenbaschlyj heißen soll: „Wenn Strom da ist, muss man alle Geräte und Handys aufladen, Essen kochen und die Wäsche waschen. Das habe ich endlich erledigt und kann Ihnen nun antworten.“ Ihre Vorfahren erlebten bereits unter Josef Stalin Repressionen, und auch Russland betrachte die Tataren als minderwertig. „Wir leben schon lange im Ausnahmezustand“, sagte Osenbaschlyj.

Sinneswandel einer ukrainischen Geschäftsfrau

Eine andere Frau, die Ukrainerin Inna aus Sewastopol, feierte die Annexion 2014 zunächst. Als Geschäftsfrau investierte sie auf der Krim in Immobilien. „Wow, warum eigentlich nicht?“, dachte sie, als russische Soldaten die Halbinsel kaperten. Heute warten beide Frauen auf die Befreiung der Krim. Wie es zu Innas Sinneswandel kam und wie Osenbaschlyj im „ständigen Ausnahmezustand“ lebt, beschreibt Valeriias Text ausführlich.

Nato-Gipfel: Milliardenversprechen für die Ukraine

Die Ukraine soll beim Nato-Gipfel in Ankara ein neues Milliardenversprechen für Militärhilfen erhalten. Die 32 Bündnisstaaten einigten sich in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

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Kyjiw-Angriff: Zahl der Todesopfer steigt auf 30

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kyjiw am Donnerstag ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 30 gestiegen. Laut dem Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, suchen Rettungskräfte in den Trümmern weiter nach Vermissten, sodass die Opferzahl noch steigen könnte. Russland setzte bei dem Angriff offenbar verstärkt ballistische Raketen ein, wie Jurij Ihnat, Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftwaffe, im ukrainischen Fernsehen sagte. Die Armee griff die Hauptstadt in mehreren Wellen an und kombinierte Raketen und Drohnen.

Weitere Angriffe im Südosten und 800.000 verbrannte Bücher

Im Gebiet Dnipropetrowsk wurden bei russischen Angriffen zwei Menschen getötet und neun verletzt, teilte Militärgouverneur Olexander Hanscha bei Telegram mit. Zudem sind bei den Angriffen auf Kyjiw nach Angaben des Verlags BookChef Publishing etwa 800.000 Bücher verbrannt. Das Hauptlagerhaus seines Logistikpartners sei zerstört worden.

Zahl des Tages: 1,4 Millionen russische Verluste

Laut Hochrechnungen des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) sind 1,4 Millionen russische Soldaten tot, verwundet oder werden vermisst. Davon wurden 400.000 bis 450.000 Männer getötet. Das Verhältnis der Verluste zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften sei im ersten Halbjahr 2026 von 2:1 bzw. 3:1 auf 8:1 gestiegen. Tobias Mayer, Kollege der Autorin, kommentierte: „Hinter dieser zynischen Rechnung stecken unermessliches Leid und eine miserable militärische Leistung.“ Ob dies eine Kriegswende bedeute, analysiert er in einem separaten Text.

Ausblick und Leserwünsche

Die Autorin bedankt sich für zahlreiche Rückmeldungen zu gewünschten Ukraine-Themen und kündigt an, kommende Woche einen Querschnitt mit Leseempfehlungen zu veröffentlichen. Sie wünscht ein schönes Wochenende und verweist auf den Live-Blog zum Kriegsgeschehen.

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