Die Bundesanwaltschaft hat in Hamburg Anklage gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022 erhoben. Das bestätigte die Kanzlei des angeklagten Ukrainers. Zuvor hatten mehrere Medien über die Anklageerhebung berichtet.
Hintergrund des Falls
Der Verdächtige, ein ukrainischer Staatsbürger, war im Jahr 2025 festgenommen und anschließend an Deutschland ausgeliefert worden. Ihm wird vorgeworfen, maßgeblich an der Sabotage der Erdgas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee beteiligt gewesen zu sein. Die Explosionen im September 2022 hatten zu massiven Gaslecks geführt und die Infrastruktur schwer beschädigt.
Ermittlungen und rechtliche Schritte
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hatte die Ermittlungen übernommen und nach umfangreichen Untersuchungen Anklage vor dem Oberlandesgericht Hamburg erhoben. Die genauen Anklagepunkte wurden zunächst nicht öffentlich genannt, doch die Behörden gehen von einer Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag aus. Die Verteidigung des Angeklagten kündigte an, sich zu den Vorwürfen zu äußern, sobald die Anklageschrift vorliege.
Internationale Dimension
Der Fall hat eine internationale Dimension, da die Pipelines unter Beteiligung mehrerer Länder betrieben werden. Die Sabotage hatte weitreichende politische und wirtschaftliche Folgen, insbesondere für die Energieversorgung Europas. Die EU und die Nato hatten die Anschläge damals scharf verurteilt und eine umfassende Aufklärung gefordert.
Die Anklageerhebung ist ein wichtiger Schritt in den Ermittlungen, die von deutschen Behörden in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern geführt werden. Der Prozess wird voraussichtlich in den kommenden Monaten beginnen.



