Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind im Raum Kertsch nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow teilte am Morgen bei Telegram mit, dass es zudem 28 Verletzte gebe. In sozialen Netzwerken wurden mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel gemeldet.
Feuer im Kraftstoffterminal von Kertsch
Im Kraftstoffterminal der Hafenstadt Kertsch sei ein Feuer ausgebrochen, eine große Rauchwolke liege über der Region, berichtete das Telegram-Portal „Krymski Weter“ am Morgen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Ukraine versucht seit Wochen, mit zunehmenden Angriffen die Krim von der Versorgung abzuschneiden. Behörden informierten in der Nacht zudem über die Schließung der Krimbrücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland für den Autoverkehr.
Hafen Kawkas ebenfalls getroffen
Auch der Hafen Kawkas auf der russischen Seite der Straße von Kertsch soll bei dem Angriff getroffen worden sein. Dort befinden sich ebenfalls ein Kraftstoffterminal und ein Öldepot. Auf der Halbinsel herrscht eine Benzin-Krise. Der von Moskau eingesetzte Statthalter von Sewastopol, Michail Raswoschajew, informierte am Morgen bei Telegram, dass sich die Kraftstofflieferungen weiter verzögerten. Die für Sonntag geplante Zuteilung von Benzin für Autofahrer müsse abgesagt werden, teilte er mit. Tanken sei nur für die operativen Dienste möglich.
Tourismusindustrie leidet unter Angriffen
Die Tourismusindustrie auf der Krim erwartet, dass in diesem Sommer wegen der ukrainischen Angriffe und der Versorgungskrise Millionen von Urlaubern wegbleiben. Die Ukraine hatte zuletzt ihre Angriffe auf die Krim intensiviert, um die russische Logistik zu stören und die Halbinsel von Nachschub abzuschneiden. Die Krimbrücke, die Russland mit der Krim verbindet, war bereits mehrfach Ziel von Angriffen. Die russischen Behörden melden regelmäßig Tote und Verletzte durch ukrainische Drohnenangriffe auf der Krim.



