Ukraine-Krieg: Krim kündigt weitere Stromabschaltungen an – Apple entfernt VK
Ukraine-Krieg: Krim kündigt weitere Stromabschaltungen an

Nach ukrainischen Drohnenangriffen haben die von Russland eingesetzten Behörden auf der annektierten Halbinsel Krim weitere Stromabschaltungen angekündigt. Gouverneur Sergej Aksjonow erklärte am Donnerstag, die Energieinfrastruktur sei beschädigt worden, weshalb es auf der gesamten Krim zu vorübergehenden Stromausfällen kommen werde. Die Unterbrechungen erfolgten gezielt und je nach Bedarf. Aksjonow betonte, die Versorgung mit Lebensmitteln und wichtigen Medikamenten sei gesichert. In Sewastopol, der größten Stadt der Halbinsel, war am Mittwoch infolge der Angriffe der Strom ausgefallen.

Zwei Tote auf der Krim und in der Region Brjansk

In der Nacht zum Donnerstag wurde die Krim erneut von ukrainischen Angriffen getroffen. Laut Aksjonow wurden dabei zwei Menschen getötet, darunter ein Kind. Zwei weitere Personen wurden verletzt. In der russischen Grenzregion Brjansk kamen nach Angaben des kommissarischen Gouverneurs Jegor Kowaltschuk ebenfalls zwei Menschen ums Leben: Eine Drohne schlug in ein Auto beim Dorf Solowa ein und tötete den 23-jährigen Fahrer und eine 15-jährige Mitfahrerin.

In der Region Krasnodar lösten ukrainische Drohnenangriffe Brände auf dem Gelände eines Öllagers in der Siedlung Poltawskaja aus. Der Zivilschutzstab teilte mit, herabstürzende Trümmer hätten das Feuer entfacht. Das Öllager war bereits in der Vorwoche getroffen worden. Auch auf einem Fabrikgelände im Kreis Abinski brach ein Feuer aus.

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Russland ordnet Schließung des rumänischen Konsulats in St. Petersburg an

Russland hat die Schließung des rumänischen Generalkonsulats in St. Petersburg angeordnet. Das Außenministerium erklärte, dem rumänischen Konsul Cristian Istrate sei ein Dokument ausgehändigt worden, das ihn zur Persona non grata erkläre und die bevorstehende Schließung des Konsularbüros ankündige. Dies sei eine Reaktion auf die Entscheidung Rumäniens, das russische Konsulat in Konstanza zu schließen. Das rumänische Außenministerium bezeichnete den Schritt als vorhersehbar. Die Beziehungen haben sich zuletzt verschlechtert; im Mai war eine Drohne auf ein Wohnhaus in Galati gestürzt, wobei zwei Menschen verletzt wurden.

Apple entfernt VKontakte aus dem App Store

Der Technologiekonzern Apple hat nach dem Messengerdienst Max nun auch das russische Online-Netzwerk VKontakte (VK) aus seinem App Store entfernt. Das Unternehmen VK teilte mit, die App könne auf iPhones und iPads weder neu heruntergeladen noch aktualisiert werden. Bereits installierte Versionen bleiben nutzbar. Auf Android-Geräten ist VK weiterhin vollständig verfügbar. VK erklärte, Apple habe die Programme ohne Vorwarnung oder Erklärung entfernt, was den Zugang für Dutzende Millionen Nutzer einschränke. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete den Schritt als bizarr; die zuständige Behörde werde eine Erklärung verlangen. Anfang Juni hatte Apple bereits die VK-Messenger-App Max aus dem Store genommen und dies mit Sanktionen begründet.

Schäden am Kiewer Höhlenkloster auf 40 Millionen Euro geschätzt

Die durch russischen Beschuss verursachten Schäden am Kiewer Höhlenkloster belaufen sich auf insgesamt 40 Millionen Euro, wie der ORF am Mittwoch berichtete. Bei ausreichender Finanzierung könnten die Reparaturen bis 2027 abgeschlossen sein. Maksym Ostapenko, Direktor der zuständigen Behörde, betonte: „Die Frage des kulturellen Erbes und der Erhalt unserer Heiligtümer sind Teil des psychologischen Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt.“ Eine provisorische Abdeckung der schwer beschädigten Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale sei fast fertig. Die Anlage soll schrittweise wieder für Besucher geöffnet werden.

Ukrainische Firma will bis Jahresende eigenes Raketenabwehrsystem herstellen

Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point will mit dem deutschen Partner Hensoldt den Aufbau eines Raketenabwehrsystems beschleunigen. Erste Abfangraketen des Typs FP-7X sollen Ende des Jahres einsatzbereit sein, sagte Mitgründer Denys Schtylierman. Hensoldt liefert das Radar TRML-4D. Fire Point stehe vor weiteren Partnerschaften mit europäischen Rüstungsunternehmen. Der Mangel an Raketenabwehrsystemen sei eine der größten Herausforderungen für die Ukraine. Fire Point warte auf die Genehmigung europäischer Regierungen, um Tests mit dem Hensoldt-Radar zu beginnen.

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Belarus sieht sich in Krieg hineingezogen

Belarus’ Verteidigungsminister Wiktor Chrenin warnte, sein Land solle in den Ukraine-Krieg hineingezogen werden. In einer Mitteilung hieß es: „Derzeit werden Anstrengungen unternommen, den vom Westen in der Ukraine ausgelösten bewaffneten Konflikt zu verlängern und sogar auszuweiten. Wir sind uns heute sehr wohl bewusst, dass ein unverhohlener Versuch unternommen wird, Belarus in den Krieg hineinzuziehen.“

Frankreich fängt Tanker der russischen Schattenflotte ab

Die französische Marine hat nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron erneut einen Tanker der russischen Schattenflotte abgefangen. Das Schiff „Deliver“ wurde vor der Küste Siziliens aufgebracht. Macron schrieb auf Instagram: „Wir werden nicht zulassen, dass die Schattenflotte Sanktionen umgeht und die russischen Kriegsanstrengungen finanziert.“ Ein Video zeigt Soldaten, die sich von Hubschraubern auf den Tanker abseilen. Es ist der fünfte Tanker, den Frankreich der Schattenflotte zurechnet. Mit veralteten Tankern und unklaren Besitzverhältnissen versucht Russland, westliche Sanktionen zu umgehen.

Israelische Airline El Al setzt Moskau-Flüge aus

Die israelische Fluggesellschaft El Al setzt ihre Flüge zwischen Tel Aviv und Moskau für die kommenden Tage aus. Grund seien die Entwicklungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, insbesondere Zwischenfälle in der Luftfahrt in der Region. In der kommenden Woche werde die Lage neu bewertet. Die Ukraine hatte zuletzt ihre Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur verstärkt.

Merz ruft zu Friedensverhandlungen auf

Bei einer Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine in Danzig forderte Bundeskanzler Friedrich Merz Russland zu Friedensverhandlungen auf. „Russland wird diesen Krieg nicht gewinnen“, sagte er. Europa und das transatlantische Bündnis seien bereit, mehr Druck auf die russische Wirtschaft auszuüben. „Die Zeit ist da, um Verhandlungen aufzunehmen, die Frontlinie einzufrieren und das Töten zu beenden.“ Die Unterstützung der Ukraine sei eine unerschütterliche Verpflichtung Deutschlands. Bisherige Verhandlungen mit den USA als Vermittler blieben ohne Ergebnis.

EU zahlt Ukraine erste Milliarden aus neuem Darlehen

Die Ukraine erhält die erste Zahlung des 90 Milliarden Euro schweren EU-Darlehens. Rund drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen würden ausgezahlt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Konferenz in Danzig. In den kommenden Tagen solle zusätzliches Geld für die Drohnenproduktion fließen. Von den 90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen. Die Hälfte soll noch in diesem Jahr fließen.

Russischer Oppositionspolitiker zu sieben Jahren Haft verurteilt

Ein Moskauer Gericht verurteilte den Oppositionspolitiker Maxim Kruglow wegen Verbreitung von Unwahrheiten über die Armee zu sieben Jahren Strafkolonie. Der stellvertretende Vorsitzende der Partei Jabloko hatte in zwei Posts aus dem Jahr 2022 unter anderem eine Zahl getöteter Zivilisten in der Ukraine genannt und über Butscha geschrieben. Kruglow saß von 2019 bis 2024 im Moskauer Stadtparlament und war Co-Vorsitzender der Partei. Der Kreml hat kritische Medien und die Opposition weitgehend ausgeschaltet.