US-Studie: Bis zu 600.000 Soldaten im Ukrainekrieg getötet
US-Studie: Bis zu 600.000 Soldaten getötet

Mehr als zwei Millionen Soldaten sind nach über vier Jahren Ukrainekrieg getötet, verletzt oder vermisst. Das geht aus einer Studie des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Russland trägt den Großteil der Verluste

Die russischen Streitkräfte haben seit Kriegsbeginn im Februar 2022 rund 1,4 Millionen Verluste erlitten, davon zwischen 400.000 und 450.000 Tote. Die ukrainischen Streitkräfte verzeichneten im selben Zeitraum 525.000 bis 625.000 Verluste, darunter 125.000 bis 150.000 Tote. Damit liegt die Gesamtzahl der getöteten Soldaten bei bis zu 600.000.

„Die kombinierten russischen und ukrainischen Verluste haben zwei Millionen überschritten“, heißt es in der CSIS-Studie. Besonders alarmierend ist die Entwicklung des Verhältnisses: In der ersten Jahreshälfte 2026 sei das Verhältnis von russischen zu ukrainischen Verlusten auf etwa acht zu eins gestiegen.

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Vergleich mit US-Kriegsopfern

Die Zahl der russischen Todesopfer in der Ukraine sei „mehr als viermal so hoch wie alle US-Todesopfer in sämtlichen Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen“, betont die Studie.

Bereits im April hatte die Nato eigene Schätzungen veröffentlicht. Ein ranghoher Nato-Beamter sprach am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel von bis zu 250.000 getöteten russischen Soldaten und insgesamt etwa 900.000 getöteten oder verletzten russischen Soldaten. Ende Oktober 2024 hatte die Nato noch von mehr als 600.000 Verlusten gesprochen.

Hintergrund der steigenden Zahlen

Der Nato-Beamte führte die stark gestiegenen Zahlen auf eine Ausweitung der Kampfzonen und intensivere Militäroperationen zurück. Das unabhängige russische Portal Mediazona zählte bis zum 19. Juni 2026 insgesamt 227.734 getötete russische Soldaten. Diese Zahl basiert auf der Auswertung von Todesanzeigen, Vermisstenmeldungen und Fotos neuer Soldatengräber im russischsprachigen Internet.

Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch höher liegen, da viele Todesanzeigen erst mit Verzögerung erscheinen. Parallel wertet Mediazona Daten aus russischen Nachlassregistern aus, wonach es zum Dezember 2025 rund 352.000 Gefallene gab.

Auswirkungen auf den Kriegsverlauf

Die hohen Verluste auf beiden Seiten könnten den weiteren Kriegsverlauf beeinflussen. Experten gehen davon aus, dass Russland angesichts der enormen Opferzahlen möglicherweise eine neue Mobilisierungswelle ausrufen könnte. Die Ukraine wiederum steht vor der Herausforderung, ihre Verteidigungskräfte zu erhalten.

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