Venezuelas Militär plündert Erdbebenopfer: Immer mehr Videos tauchen auf
Venezuelas Militär plündert Erdbebenopfer

Zwei schwere Erdbeben haben Venezuela am 24. Juni erschüttert und katastrophale Schäden angerichtet. Besonders in La Guaira nahe der Hauptstadt Caracas stürzten Wohnblocks und Hotels ein, Etagen türmten sich meterhoch übereinander. Zehntausende Tote werden befürchtet, jede helfende Hand ist dringend nötig, um Überlebende zu retten. Viele Länder entsandten Hilfsteams, auch Venezuelas Militär ist im Krisengebiet. Doch statt zu helfen, plündern die Soldaten die Opfer, wie zahlreiche Videos zeigen.

Militärs stehlen Elektrogeräte und Apothekeninhalte

In den Aufnahmen ist zu sehen, wie Männer in Armeekleidung Kisten mit Elektrogeräten wegtragen und sogar Apotheken ausrauben. Die Agentur AFP berichtet, dass selbst die Wandverkabelung aus einem kleinen Geschäft entfernt wurde. „Ist das normal, dass die Leute sich gegenseitig auffressen?“, fragt Maria Esther Bernal, eine 71-jährige Vermieterin, deren Läden an chinesische Händler nach dem Beben geplündert wurden. In einem Geschäft war ein Chinese ums Leben gekommen, „die Leute sind einfach über seine Leiche gestiegen, um den Laden leerzuräumen“, so Bernal.

Eine weitere Bewohnerin, die 72-jährige Frau, berichtet ähnliches: „Sie haben alles geklaut: Unsere Kleidung, Schuhe, Kochtöpfe, Tassen, Gläser.“ Ihr Sohn Gregory ergänzt: „Wir waren nebenan und haben Tote geborgen, und während der Zeit haben die Leute bei uns geplündert. Sie sind Amok gelaufen und haben alles mitgenommen.“

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Mehr Gewehre als Schaufeln: Soldaten untätig

Wenn die Soldaten nicht plündern, stehen sie untätig herum. „Hier sind mehr Gewehre als Schaufeln“, sagt ein Mann in einem Video. Dabei sind noch Zehntausende Menschen vermisst, und die Chancen, Überlebende zu finden, sinken rapide. Die ersten 24 bis 72 Stunden gelten als goldene Rettungszeit; danach werden die Chancen stündlich geringer. Ausnahmen gibt es nur selten, sie gelten dann als Wunder.

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