Bahrain meldet iranische Drohnenangriffe
Das Königreich Bahrain hat am frühen Morgen mehrere Drohnenangriffe aus Iran gemeldet. Das Außenministerium in Manama teilte mit, iranische Drohnen hätten Ziele in dem Golfstaat attackiert. Die Regierung verurteilte die Angriffe auf das Schärfste und sprach von einer „eklatanten Verletzung“ der Souveränität Bahrains sowie einer „Sabotage“ der Friedensbemühungen in der Region. Der Vorfall markiert eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen Iran und den Golfstaaten, die bereits seit Wochen unter iranischen Vergeltungsattacken leiden.
Hintergrund: US-Angriffe auf Iran und iranische Gegenschläge
Die Drohnenangriffe auf Bahrain erfolgten nur einen Tag, nachdem das US-Militär Ziele in Iran attackiert hatte. Washington hatte nach eigenen Angaben als Reaktion auf einen iranischen Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen bombardiert. Teheran kündigte daraufhin Gegenangriffe auf US-Einrichtungen in der Golfregion an. Das iranische Außenministerium warf den USA einen „eklatanten Verstoß“ gegen das zwischen beiden Ländern geschlossene Rahmenabkommen vor.
Auswirkungen auf die Golfregion
Seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf Iran Ende Februar hatten vor allem die Golfstaaten unter iranischen Vergeltungsattacken gelitten. Iran hatte Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar mit der angeblichen Unterstützung dieser Länder für die USA gerechtfertigt. Neben den direkten Angriffen bereitete auch die zeitweise Sperrung der Straße von Hormus durch Teheran den Golfstaaten enorme wirtschaftliche Probleme. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öl- und Flüssiggastransport.
Rubio warnt vor Gebühren für die Straße von Hormus
US-Außenminister Marco Rubio hatte bereits vor den jüngsten Auseinandersetzungen während seiner Reise durch die Golfregion am Donnerstag betont, dass Washington in den Verhandlungen mit Teheran keine „Einigung um jeden Preis“ suche. Ein zentraler Streitpunkt ist der künftige Status der Straße von Hormus. Während Iran Schiffe davor warnte, die Meerenge ohne Genehmigung zu passieren, bestand Rubio darauf, dass eine freie Durchfahrt möglich sein müsse. Zustimmung erhielt er vom Sultanat Oman, durch dessen Gewässer ein Großteil der Schifffahrtsrouten verläuft.
Bei einem Treffen mit Mitgliedern des Golf-Kooperationsrats in Bahrain sagte Rubio: „Die USA wünschen sich ein Abkommen mit Iran, aber nicht um jeden Preis.“ Stattdessen wolle Washington sicherstellen, dass die Übereinkunft in keiner Weise „die Stabilität oder den Wohlstand unserer Partner in der Golfregion untergräbt“. Zu den iranischen Forderungen nach Gebühren für die Durchfahrt sagte Rubio, dies könnte zu „Chaos“ führen. Würde eine Maut für eine internationale Wasserstraße akzeptiert, dann würde sich das auf der ganzen Welt „verbreiten“. „Das ist ein grundlegendes Prinzip der heutigen Welt, ohne das die Welt im Chaos versinken würde“, warnte der US-Außenminister.
Ölpreise nach Teileinigung gesunken
Nach der Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran in der vergangenen Woche fuhren wieder vermehrt Schiffe durch die Straße von Hormus. In der Folge waren die Ölpreise zum ersten Mal wieder auf das Niveau von vor dem Krieg gesunken. Vor dem Konflikt war die Durchfahrt durch die Meerenge kostenlos. Iran hatte in den Verhandlungen immer wieder die Erhebung von Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen ins Spiel gebracht, was von den USA und den Golfstaaten abgelehnt wird.



