Oslo (Norwegen) – Im Gerichtssaal wird sein Platz leer bleiben. Trotzdem dreht sich heute im Osloer Amtsgericht alles um Marius Borg Høiby (29). Wenn das Gericht um 8.30 Uhr zusammenkommt und der Richter das Urteil verkündet, wird der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) nicht vor Ort sein. Aus gesundheitlichen Gründen wird er per Video aus der U-Haft zugeschaltet. Seine Anwältin Ellen Holager Andenæs (78) sagte zuvor gegenüber der Zeitung „VG“, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht erscheinen könne. An welcher Krankheit er leidet, sagte sie nicht. Doch nach Informationen der Bild-Zeitung werden Marius, seine Anwälte und vermutlich auch die königliche Familie das Urteil bereits rund 30 Minuten vor der Verkündung erfahren.
Die Anklagepunkte im Überblick
Das Gericht entscheidet über 40 Anklagepunkte – darunter Vergewaltigungsvorwürfe, Gewalt gegen frühere Partnerinnen, Verstöße gegen Kontaktverbote sowie Drogen- und Verkehrsdelikte. Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre und sieben Monate Haft und eine Verurteilung in 39 der 40 Punkte. Marius weist die schwersten Vorwürfe zurück.
Die Vorwürfe im Detail
Es geht unter anderem um vier Vergewaltigungen, mehrere Fälle häuslicher Gewalt, Verstöße gegen Kontaktverbote sowie Drogen- und Verkehrsdelikte. Mehrere Ex-Freundinnen sagten vor Gericht gegen Høiby aus. Auch Frauen sagten aus, die er laut Anklage im Schlaf missbraucht haben soll. Dabei kamen zahlreiche intime Details aus dem Leben von Marius ans Licht. Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre und sieben Monate Haft – und eine Verurteilung in 39 der 40 Anklagepunkte! Marius weist die schwersten Vorwürfe zurück, hat aber weniger gravierende Delikte eingeräumt.
BILD vor Ort beim Høiby-Urteil
BILD war während des gesamten Marius-Prozesses in Oslo vor Ort, hier mit den beiden Reportern Jörg Ortmann und Bettina von Schimmelmann. Auch heute, wenn das Urteil fällt, ist BILD in Oslo: Bettina von Schimmelmann begleitet die Entscheidung.
Marius musste die Haftanstalt wechseln
Høiby sitzt inzwischen im Ila-Gefängnis. Zuvor war er im Osloer Gefängnis untergebracht, das geschlossen und abgerissen werden soll. Ila hat nur Platz für 124 Insassen; mehr als die Hälfte von ihnen sitzt in Sicherheitsverwahrung. Die Haftanstalt gilt als eine der härtesten des Landes.
Marius wollte zu seiner kranken Mutter
Marius Borg Høiby wollte zuvor wegen der schweren Erkrankung seiner Mutter Mette-Marit aus der U-Haft entlassen werden. Die Kronprinzessin kämpft gegen eine unheilbare Lungenfibrose und wartet auf eine lebensrettende Lungentransplantation. Doch der Antrag wurde abgelehnt! Die Behörden begründeten das mit der Gefahr neuer Straftaten.
Marius erfährt sein Urteil über Video-Link
Wenn das Urteil fällt, ist Marius nicht anwesend. Er wird über Video-Link zugeschaltet. Seine Anwältin Ellen Holager Andenæs sagte gegenüber „VG“, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht erscheinen kann.
Hier findet der „Prozess des Jahrhunderts“ statt
Der Prozess entwickelte sich schnell zum „Prozess des Jahrhunderts“ in Norwegen: Wochenlang sagten Zeugen, Ex-Freundinnen und Ermittler vor dem Osloer Amtsgericht aus. Die Staatsanwaltschaft zeichnete das Bild eines Mannes, der über Jahre hinweg Frauen verletzt und Grenzen überschritten haben soll.
Er verkündet heute das Urteil
Der vorsitzende Richter Jon Sverdrup Efjestad entscheidet heute im Marius-Prozess mit und verkündet das Urteil.



