Syrien lehnt Trumps Vorschlag zu Hisbollah-Bekämpfung ab
Syrien lehnt Trumps Hisbollah-Vorschlag ab

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa hat einen Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach das syrische Militär im Nachbarland Libanon gegen die proiranische Hisbollah vorgehen könnte. „Wir suchen nach wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Libanon und Syrien, nicht nach militärischen“, sagte al-Sharaa in einem am Sonntag vom Sender al-Maschhad ausgestrahlten Interview.

Trumps Vorschlag und die syrische Ablehnung

Trump hatte kürzlich vorgeschlagen, dass Syrien die Bekämpfung der von Iran finanzierten Hisbollah-Miliz im Libanon übernehmen könnte. Falls Israel nicht mit der Hisbollah fertig werde, „ohne alle zu töten“, dann werde al-Sharaa diese Aufgabe übernehmen, sagte Trump am Dienstag am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian. Al-Sharaa betonte dagegen, Damaskus habe gegenüber Washington bekräftigt, „dass der Krieg beendet werden muss“, wobei er sich auf die Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah bezog.

Wirtschaftliche und politische Lösungen bevorzugt

Der islamistische Übergangspräsident forderte „verschiedene Lösungen, darunter wirtschaftliche, politische und soziale, sowie die Wiederaufnahme der Beziehungen und der lebenswichtigen wirtschaftlichen Verbindung zwischen Syrien und dem Libanon“. Überdies seien „einige Sicherheitsmaßnahmen“ erforderlich, „die in erster Linie den Bedenken Syriens und des Libanon, aber auch denen Israels Rechnung tragen“.

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Hintergrund: Die Rolle der Hisbollah im Konflikt

Die von Iran finanzierte Hisbollah zählte zu den wichtigsten Verbündeten des gestürzten Baschar al-Assad. Syriens Ex-Machthaber spielte lange Zeit eine strategische Rolle für Teheran, insbesondere bei ungehinderten Waffenlieferungen an die Hisbollah. Seit Assads Sturz durch islamistische Milizen 2024 unter der Führung von al-Sharaas HTS wurde die Hisbollah zunehmend aus Syrien verdrängt. Allerdings ist sie im Nachbarland Libanon noch immer einflussreich. Die Miliz zog den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Irankrieg hinein. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor.

Waffenruhe und angebliche Verstöße

Am Mittwoch hatten Iran und die USA ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geschlossen. Dieses sieht eine sofortige Waffenruhe für die gesamte Region einschließlich des Libanon vor. Allerdings waren Israel und die Hisbollah an dem Abkommen nicht beteiligt. Am Freitag einigten sich Israel und die Hisbollah nach US-Angaben zwar auf eine Waffenruhe, die am selben Tag in Kraft trat. Beide Seiten warfen sich am Samstag jedoch gegenseitig Verstöße vor. Am Sonntag gab es dann aber keine Berichte über neue israelische Angriffe im Libanon oder Gefechte zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah.

Syriens Haltung zur Hisbollah

Syrien sei „sehr besorgt über die innenpolitische Lage im Libanon“, sagte al-Sharaa im Interview. „Denn die Sicherheit und Stabilität des Libanon sind Teil der Sicherheit und Stabilität Syriens.“ Auf die Frage, ob er sich mit der Hisbollah an einen Tisch setzen würde, antwortete er: „Wenn dies den Interessen des Libanon dient und die Interessen Syriens wahrt, warum nicht?“

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