In Russland ist der langjährige Weggefährte von Präsident Wladimir Putin, der ehemalige Vizeregierungschef Sergej Iwanow, gestorben. Kremlsprecher Dmitri Peskow gab den Tod des 73-Jährigen bekannt. „Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Sergej Iwanow heute verstorben ist“, zitierte die russische Nachrichtenagentur Tass den Sprecher. Putin habe den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen und ein Telegramm übermittelt. Angaben zur Todesursache wurden nicht gemacht.
Vom Geheimdienst ins Zentrum der Macht
Sergej Iwanow begann seine Karriere nach einem Studium als Übersetzer beim sowjetischen und später russischen Geheimdienst. Dort lernte er den ebenfalls aus St. Petersburg stammenden, knapp vier Monate älteren Wladimir Putin kennen. Diese Verbindung sollte seine gesamte politische Laufbahn prägen. Von 1999 bis 2026 gehörte Iwanow – mit einer Unterbrechung zwischen 2008 und 2012 – dem russischen Sicherheitsrat an. Von 2001 bis 2007 amtierte er zudem als Verteidigungsminister.
Putin setzte auf Medwedew statt auf Iwanow
Im Jahr 2008 galt Iwanow als möglicher Nachfolger Putins, der nach zwei Amtszeiten laut Verfassung nicht erneut kandidieren durfte. Der Kremlchef entschied sich jedoch für Dmitri Medwedew. Dieser änderte während seiner Amtszeit die Verfassung und machte 2012 wieder Platz für Putin. Medwedew und Iwanow waren damals Rivalen um die Nachfolge. Iwanow blieb bis 2011 Vizeregierungschef und leitete anschließend bis 2016 die Präsidialverwaltung. Zuletzt war er als Sonderbeauftragter des Präsidenten für Naturschutz, Ökologie und Verkehr tätig. Medienberichten zufolge trat er im Februar auf eigenen Wunsch von diesem Posten zurück. Es gab Gerüchte über eine schwere Erkrankung.
Wegen Ukraine-Kurs unter Sanktionen
Iwanow unterstützte die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 und den 2022 begonnenen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Europäische Union, die USA und andere Staaten verhängten daraufhin Sanktionen gegen ihn. Er hinterlässt seine Ehefrau und einen erwachsenen Sohn.



