Angriff auf Tanker in der Straße von Hormus
Ein Frachtschiff ist nach Angaben der britischen Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) in der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Die Schiffsbrücke des Tankers wurde beschädigt, Verletzte gab es nicht. Der Vorfall ereignete sich vor der Küste des Oman, wenige Stunden nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien.
Hintergrund der Blockade
Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar hatte die Islamische Republik Anfang März die strategisch wichtige Meerenge durch Drohungen und Angriffe weitestgehend blockiert. Die USA reagierten mit einer eigenen Seeblockade für Schiffe, die iranische Häfen anliefen oder verließen. Vergangene Woche vereinbarten der Iran und die USA ein vorläufiges Ende der Kampfhandlungen sowie die Aufhebung der Blockaden. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge bleibt jedoch verhalten.
Evakuierung von Seeleuten unterbrochen
Die Weltschifffahrtsorganisation (IMO) hat bis zur aktuellen Unterbrechung ihrer Mission etwa 2500 festsitzende Seefahrer evakuieren können. Die zu Wochenbeginn gestartete Mission umfasste mindestens 115 Schiffe, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez. Nach dem Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman unterbrach die IMO die Evakuierung vorläufig. Dominguez erwarte nun zunächst Sicherheitsgarantien, bevor man die Aktion fortsetze. Das betroffene Schiff habe sich nicht auf Durchfahrt im Rahmen des IMO-Evakuierungsplans befunden. Die UN-Sonderorganisation hatte am Dienstag angekündigt, 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren.
Rubio: Abkommen soll Hisbollah entwaffnen
Das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon soll nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio auch die Entwaffnung der Hisbollah voranbringen. Das auch von den USA unterzeichnete Vertragswerk schaffe ein „klares und strukturiertes Verfahren“, um die pro-iranische Miliz und ihre Infrastruktur zu entwaffnen, erklärte Rubio am Freitag in Washington. Zudem werde eine von den USA unterstützte militärische Arbeitsgruppe eingerichtet, die bei der Umsetzung des Abkommens helfen solle. Der US-Chefdiplomat fügte an, die USA würden außerdem 100 Millionen Dollar (rund 88 Millionen Euro) an humanitärer Hilfe in Abstimmung mit den Vereinten Nationen bereitstellen. Zudem werde Washington der libanesischen Armee 30 Millionen Dollar erstatten, um deren Fähigkeiten auszubauen.
Hisbollah lehnt Abkommen ab
Die proiranische Hisbollah-Miliz fühlt sich nicht an das Rahmenabkommen gebunden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen, sagte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hisbollah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden. Die Hisbollah will demnach an ihren Waffen festhalten und sich jeglichen Regierungsmaßnahmen widersetzen, die sich aus dem Abkommen ergeben.
Proteste in Beirut
Nach der Einigung zwischen Israel und dem Libanon auf ein Rahmenabkommen kam es in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu Protesten. Unterstützer der proiranischen Hisbollah-Miliz zogen am Abend und in der Nacht zu Fuß und auf Motorrädern durch die Stadt und riefen Protest-Slogans gegen das Abkommen. Straßen wurden mit brennenden Reifen blockiert.
US-Militär führt Angriffe gegen Iran durch
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben trotz vereinbarter Waffenruhe Angriffe gegen den Iran durchgeführt. Dies sei eine Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag, die die USA dem Iran zuschrieben, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) mit. Die USA griffen aus der Luft iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie Radaranlagen an. „Die ungerechtfertigte Aggression iranischer Streitkräfte gegen die Handelsschifffahrt stellte einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, betonte das US-Militär. Aus der iranischen Stadt Sirik wurden Explosionsgeräusche gemeldet. Die iranischen Revolutionsgarden griffen als Reaktion mehrere Stützpunkte der US-Armee in der Region an und warnen, dass jeder weitere US-Angriff eine noch weitreichendere Reaktion nach sich ziehen werde.
Trump wirft Iran Verstoß gegen Waffenruhe vor
US-Präsident Donald Trump wirft dem Iran vor, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen zu haben. Wie der Republikaner auf der Plattform Truth Social schrieb, startete der Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte seine Fahrt trotz Schadens fortsetzen. Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen. „Dies ist offensichtlich ein törichter Verstoß gegen unsere Waffenruhe-Vereinbarung“, schrieb Trump.
Iran warnt vor Durchquerung ohne Absprache
Der Iran hat vor einer Durchquerung der Straße von Hormus ohne vorherige Abstimmung gewarnt. Eine sichere Passage durch die strategisch wichtige Meerenge könne ohne Koordination mit der Regierung in Teheran nicht garantiert werden, erklärte der stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi. Sollte eine solche Absprache ausbleiben, könne dies zur Sperrung ausgewiesener Routen führen. Das iranische Außenministerium wies zudem eine gemeinsame Erklärung der USA und des Golf-Kooperationsrates (GCC) zurück. Diese enthalte „interventionistische, unverantwortliche und provokative Standpunkte“. Das Ministerium bekräftigte die Haltung Teherans, wonach die Straße von Hormus gemeinsam vom Iran und dem Oman verwaltet werden sollte.
Israelische Drohne im Libanon eingeschlagen
Im Süden des Libanon ist örtlichen Angaben zufolge ungeachtet eines Sicherheitsabkommens eine israelische Drohne eingeschlagen. Das Geschoss sei in der Region Nabatija niedergegangen, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur. Der Angriff erfolgte einen Tag nach der Unterzeichnung des von den USA vermittelten Sicherheitsabkommens zwischen Israel und dem Libanon.



