Hitze in Berlin: Rekord mit 39,9 Grad, zwei Tote bei Badeunfällen
Hitze-Rekord in Berlin: 39,9 Grad, zwei Tote

Das Hitze-Wochenende in Berlin hat einen neuen Temperaturrekord gebracht: Am Samstag wurden in Berlin-Tempelhof 39,9 Grad Celsius gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Es war der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die extreme Hitze führte zu einer Vielzahl von Einsätzen für Rettungskräfte und zu tragischen Todesfällen.

Feuerwehr im Dauereinsatz: Mehr als 2.000 Einsätze

Allein am Samstag rückte die Berliner Feuerwehr zu über 2.000 Einsätzen aus, häufig wegen Schwindel und Kreislaufproblemen. Die Hitze wurde für viele Berliner zur Belastungsprobe. Zwei Männer starben bei Badeunfällen: Ein 42-Jähriger wurde leblos im Jungfernheideteich in Charlottenburg entdeckt, ein 51-Jähriger am Tempelhofer Hafen. Beide konnten trotz Reanimationsversuchen nicht gerettet werden.

Freibäder überfüllt, Wasserwerfer zur Abkühlung

Die Berliner suchten Abkühlung in den Freibädern, die an beiden Tagen so voll waren, dass der Ticketverkauf gestoppt werden musste. Vor den Bädern bildeten sich lange Schlangen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um Menschen etwa am Brandenburger Tor zu erfrischen. Viele Veranstaltungen waren bereits im Vorfeld abgesagt worden, sodass die Stadt abseits der Freibäder eher leer wirkte. Beliebte Orte wie das Tempelhofer Feld oder der Park am Gleisdreieck waren am Samstag regelrecht verwaist.

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Demos trotz Hitze: 3.000 Menschen gegen Sozialreformen

Trotz der extremen Temperaturen riefen Gewerkschaften sowie Sozial- und Wohlfahrtsverbände zu einer Demonstration gegen die geplanten Sozialstaatsreformen der Bundesregierung auf. Laut Veranstaltern kamen rund 3.000 Menschen. Für Sonntagabend rief Fridays For Future kurzfristig zu einer Kundgebung am Invalidenpark auf, um auf die Hitzewelle und die Klimakrise aufmerksam zu machen.

Konzerte und Gewitter: Bruno Mars und Philharmoniker

Die Konzerte von Bruno Mars und der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne fanden statt, allerdings mit Anpassungen. Die Philharmoniker verkürzten ihr Konzert aufgrund nahender Gewitter am Samstagabend. Bei Bruno Mars durften Fans alkoholfreie Getränke in 1-Liter-Tetra-Paks oder Weichplastikflaschen mitnehmen, und die Polizei fuhr am Sonntag mit Wasserwerfern zu den wartenden Fans. Das Gewitter brachte im Westen der Stadt kurz Regen und böigen Wind, aber nur wenig Abkühlung. Die Feuerwehr musste zu 27 wetterbedingten Einsätzen ausrücken, konnte den ausgerufenen Ausnahmezustand jedoch schnell wieder aufheben.

Neuer Rekord auch in Brandenburg: 40,8 Grad

Auch in Brandenburg wurde am Samstag ein Hitzerekord verzeichnet: In Baruth im Landkreis Teltow-Fläming wurden 40,8 Grad Celsius gemessen, wie der DWD vorläufig mitteilte. Ob die Rekorde am Sonntag noch übertroffen werden, blieb zunächst offen.

Bahnprobleme: Zug fällt wegen Hitze aus

Die Deutsche Bahn riet für das Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen ab. Im brandenburgischen Karstädt blieb ein Zug der tschechischen Bahn auf der Strecke zwischen Hamburg und Prag wegen eines Stromausfalls liegen, sodass auch die Klimaanlage ausfiel. Mehr als 600 Passagiere waren betroffen und wurden nach stundenlangem Einsatz in einer Sporthalle untergebracht. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kamen ohne größere Probleme durch das Wochenende; vereinzelt fielen Klimaanlagen aus, die Fahrzeuge konnten jedoch ausgetauscht werden.

Wasserverbrauch auf Rekordniveau

Der Wasserverbrauch in Berlin war über das Wochenende extrem hoch. Die Berliner Wasserbetriebe meldeten zeitweise einen Verbrauch von fast 45 Millionen Litern pro Stunde. Die höchsten Werte wurden am Samstagvormittag kurz nach 9 Uhr gemessen, ähnliche Spitzen gab es am Freitagabend.

Ausblick: Abkühlung und Unwettergefahr ab Montag

Nach der Hitzewelle besteht Hoffnung auf Abkühlung, allerdings warnt der DWD vor Unwettern. Für Montag erwarten die Meteorologen in Berlin und Brandenburg verbreitet Regen, teils schauerartig mit örtlichen Gewittern. Die Höchstwerte sollen bei 27 bis 31 Grad liegen, was eine deutliche Entspannung bringt.

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