Arbeitgeberanwalt: „Hauptsache raus, Hauptsache schnell“ – Unternehmen bauen Stellen ab
Arbeitgeberanwalt: „Hauptsache raus, schnell“ – Stellenabbau

Einblicke eines Arbeitgeberanwalts: „Hauptsache raus, Hauptsache schnell“

Wie Unternehmen jetzt unter Hochdruck Stellen abbauen. Arbeitgeberanwalt Kilian Friemel orchestriert Entlassungen im Akkord. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist brutal, sagt er. Und: Was derzeit passiert, markiere erst den Anfang.

Ein Interview von Florian Gontek • 12.06.2026, 11.38 Uhr • aus DER SPIEGEL 25/2026

Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt

Immer mehr Unternehmen setzen auf radikale Personalreduktionen. Der Arbeitgeberanwalt Kilian Friemel berichtet von einer beispiellosen Dynamik: „Die Firmen wollen die Mitarbeiter so schnell wie möglich loswerden. Hauptsache raus, Hauptsache schnell.“ Diese Eile führe zu teils brutalen Methoden. Friemel betont, dass die gegenwärtige Welle des Stellenabbaus erst der Anfang sei. Viele Betriebe hätten bereits umfangreiche Restrukturierungsprogramme angekündigt.

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Ursachen und Auswirkungen

Die Gründe für den massiven Stellenabbau sind vielfältig: Konjunkturschwäche, Digitalisierung und Kostendruck treiben die Unternehmen zu drastischen Maßnahmen. Besonders betroffen sind Branchen wie die Automobilindustrie, der Maschinenbau und der Einzelhandel. Friemel beobachtet, dass auch mittelständische Firmen zunehmend zu Entlassungen greifen. Die psychologischen Folgen für die Betroffenen seien enorm. Viele Arbeitnehmer stünden plötzlich vor dem Nichts.

Die Rolle der Arbeitgeberanwälte

Anwälte wie Kilian Friemel sind gefragt wie nie. Sie beraten Unternehmen bei der rechtssicheren Gestaltung von Kündigungen und Sozialplänen. „Wir müssen sicherstellen, dass alles juristisch einwandfrei läuft“, erklärt Friemel. Gleichzeitig sei es wichtig, die Interessen der Arbeitnehmer zu wahren. Doch der Druck von Seiten der Unternehmen sei immens: „Sie wollen schnelle Lösungen, oft ohne Rücksicht auf Verluste.“

Ausblick: Ist das erst der Anfang?

Friemel rechnet mit einer weiteren Zunahme der Entlassungen. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben angespannt. Viele Firmen sparen sich bereits jetzt kaputt.“ Er fordert eine stärkere politische Unterstützung für den Arbeitsmarkt. Ohne Gegenmaßnahmen drohe eine lang anhaltende Krise. Die nächsten Monate würden zeigen, ob die Unternehmen zu einer nachhaltigeren Personalpolitik zurückfinden.

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