Letztes Signal vom Wal am 7. Mai: Timmy schwamm noch 215 Kilometer, dann starb er
Nach der Pressekonferenz am Freitag von Umweltminister Till Backhaus in Schwerin ist das Schicksal von Timmy klar. Das letzte Signal, das der Tracker aufzeichnete, war am 7. Mai.
Tracker-Daten ausgewertet
Meeresbiologen des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie hatten die Daten auf dem Tracker ausgewertet, mit dem Timmy kurz vor seiner Freilassung markiert worden war. Auf dem Gerät waren nach BILD-Informationen 90.000 Daten gespeichert. Das Ministerium hatte dabei nur die GPS-Daten analysiert und daraus ein Bewegungsprofil erstellt. Demnach schwamm Timmy nach seiner Freilassung noch 215 Kilometer.
Timmy hatte schon am 5. Mai Probleme
Die Auswertung zeigt laut Backhaus, dass Timmy noch mehrere Tage nach der Freilassung gelebt hat. Es sei ausgeschlossen, dass er an den Folgen der Rettungsaktion oder Freilassung verendet sei. „Anhand der Daten ist davon auszugehen, dass Timmy zwischen dem 6. und 7. Mai gelebt hat“, so Backhaus. Danach sei das Signal abgerissen, der Wal sei da dann wohl untergegangen. Ein genauer Todeszeitpunkt war nicht zu ermitteln. Schon am 5. Mai könnte Timmy Probleme gehabt haben, das zeigen die Trackerdaten: Der Wal wurde langsamer und war sehr viel häufiger an der Wasseroberfläche.
„Der Versuch der Bergung war erfolgreich“
Das Bewegungsprofil von Timmy zeigt aber auch, dass der Wal gleich nach der Freilassung in die falsche Richtung geschwommen ist. „Leider hat er sich direkt nach der Freilassung wieder Richtung Ostsee bewegt, was den Schluss zulässt, dass die Orientierungsprobleme fortbestanden“, so der Minister. Die Rettungsoperation wertet Backhaus positiv. „Der Versuch der Bergung war erfolgreich“, so Backhaus. „Die Chance hat der Wal nicht nutzen können.“ Timmy war am 14. Mai tot am Strand der dänischen Insel Anholt aufgefunden worden. Das Warum müsse nun die Wissenschaft klären.
Wal-Initiative nimmt genaue Auswertung vor
Er nimmt die Wal-Initiative in Schutz: „Wir hatten es mit einer außergewöhnlichen Situation zu tun. Heute wissen wir mehr als damals. Wer nichts versucht, macht auch keine Fehler. Das sage ich noch einmal für uns, aber auch für die Initiative“, so Backhaus. Karin Walter-Mommert (62), die Geldgeberin der Wal-Initiative, hatte BILD zuvor bereits mitgeteilt, eine eigene Auswertung aller Daten vorzunehmen. Für sie ist wichtig, dass alle Daten analysiert werden, um ein komplettes und wissenschaftlich fundiertes Bild zu erhalten. Neben den Bewegungsdaten wurden auch Tauchdaten, Informationen zu Timmys Zustand und zur Umgebung gespeichert. Die Auswertung dauert aber noch an. Backhaus hofft, dass deren Ergebnisse weitere Erkenntnisse bringen.



