Bärbel Bas stellt klar: Keine Rente mit 70 vor 2029 - SPD-Chefin beruhigt Debatte
Bärbel Bas: Keine Rente mit 70 vor 2029

Bärbel Bas bei Atalay: Keine Rente mit 70 vor 2029

Berlin, 24. Februar 2026 – Die Debatte um eine mögliche Rente mit 70 hat in den letzten Tagen für erhebliche Unruhe gesorgt. Doch Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bärbel Bas (57) gibt nun klare Entwarnung: In dieser Legislaturperiode wird es keinen solchen Beschluss geben.

Klare Absage in der aktuellen Legislaturperiode

In der ntv-Sendung „Pinar Atalay“ stellte die Ministerin unmissverständlich klar, dass eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre vor 2029 nicht zur Diskussion steht. Auf die direkte Frage, ob sie dies für die aktuelle Legislaturperiode ausschließen könne, antwortete sie mit einem deutlichen „Ja“.

Bas betonte, dass das Thema bereits während der Koalitionsverhandlungen erörtert, aber bewusst nicht beschlossen wurde. „Ein Beschluss sei noch in weiter Ferne“, so die SPD-Chefin, die damit versucht, die politisch und gesellschaftlich aufgeheizte Diskussion zu beruhigen.

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Zukunft der Rente bleibt auf der Agenda

Ganz vom Tisch ist die grundsätzliche Frage nach der langfristigen Ausgestaltung des deutschen Rentensystems jedoch nicht. Bas machte deutlich, dass weiter über nachhaltige Lösungen gesprochen werden müsse. „Es muss nicht immer an einem Lebensalter festgemacht werden“, erklärte sie.

Statt sich ausschließlich auf eine feste Altersgrenze zu konzentrieren, plädiert die Ministerin für eine differenziertere Betrachtung:

  • Wie können langjährig Versicherte trotzdem irgendwann aus dem Berufsleben ausscheiden?
  • Welche Versicherungsdauer ist notwendig für eine angemessene Rente?
  • Wie wird eine lebensstandardsichernde Rente gewährleistet?

Diese komplexen Fragen werden derzeit von der Alterssicherungskommission beraten, die nach einer ganzheitlichen Lösung sucht.

SPD-Chefin fordert offene Debatte

Bas plädierte nachdrücklich dafür, die Diskussion innerhalb ihrer Partei offen und konstruktiv zu führen. „Und ich finde, auch die SPD sollte da offen sein“, sagte sie. Eine wichtige Voraussetzung sei dabei, dass langjährig Versicherte die Möglichkeit zum Ausstieg haben, wenn dabei eine Rente herauskomme, die ihren Lebensstandard sichert.

Gleichzeitig verwies die Ministerin auf die Notwendigkeit, besonderen Schutz für jene zu gewährleisten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zu einem höheren Alter arbeiten können. „Auf der anderen Seite müssen auch die Schutz bekommen, die vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht so lange arbeiten können“, so Bas.

Merz spricht von Paradigmenwechsel

Die aktuelle Debatte wurde zusätzlich befeuert durch Äußerungen von CDU-Chef Friedrich Merz. Beim CDU-Parteitag in Stuttgart sprach er von einem notwendigen „Paradigmenwechsel“ in der deutschen Rentenpolitik. Künftig werde die gesetzliche Rente nur noch ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungssystems sein, während private und betriebliche Altersvorsorge eine wesentlich größere Rolle spielen würden.

Während die Union also grundlegende Reformen anstrebt, setzt die SPD unter Führung von Bärbel Bas zunächst auf Beruhigung und eine sorgfältige, langfristige Diskussion über die Zukunft der Alterssicherung in Deutschland.

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