Equal Pay Day: Frauen in Niedersachsen arbeiten 40 Tage unbezahlt
Equal Pay Day: Frauen arbeiten 40 Tage unbezahlt

Equal Pay Day: Frauen in Niedersachsen arbeiten 40 Tage unbezahlt

Die Ungleichheit im Berufsleben von Frauen und Männern verharrt weiterhin auf einem alarmierend hohen Niveau. Das teilte das Landesamt für Statistik Niedersachsen anlässlich des sogenannten Equal Pay Day am Freitag mit. Bis zu diesem Tag haben Frauen im Jahr 2026 rechnerisch ohne Vergütung gearbeitet, während Männer bereits seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.

Gender Gap in Niedersachsen bei 40 Prozent

Den aktuellen Angaben zufolge lag der sogenannte Gender Gap für das Jahr 2025 in Niedersachsen bei 40 Prozent. Dieser Wert beschreibt nicht nur die Lohnungleichheit, sondern auch die erheblichen Unterschiede bei den monatlichen Arbeitsstunden sowie der Erwerbstätigenquote. Grundsätzlich gilt: Je höher der Wert, desto stärker ist die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ausgeprägt. In den vergangenen Jahren blieb der Wert in Niedersachsen praktisch unverändert, während er bundesweit im Jahr 2025 bei 37 Prozent lag.

Frauen verdienen bei gleicher Arbeit fünf Prozent weniger

Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte das Statistikamt mitgeteilt, dass Frauen in Niedersachsen im Jahr 2025 bei gleicher Qualifizierung unverändert fünf Prozent weniger verdienten als Männer. Das entspricht bei einem durchschnittlichen Stundenlohn einer Differenz von 1,35 Euro. Beim allgemeinen Vergleich der Durchschnittsgehälter – also ohne Berücksichtigung der konkreten Tätigkeit – lag der Unterschied sogar bei 16 Prozent oder 4,10 Euro pro Stunde.

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Höhere Teilzeitquote als Hauptgrund

Ein wesentlicher Grund für diesen anhaltenden Verdienstunterschied ist die deutlich höhere Teilzeitquote bei Frauen. In absoluten Zahlen arbeiteten Männer durchschnittlich 32 Stunden pro Monat mehr als Frauen. Zudem waren weniger Männer ohne Anstellung als Frauen: Gut 80 Prozent der Männer hatten einen Job, gegenüber lediglich 74 Prozent bei den Frauen.

Die Berechnung der Lohnlücke sowie des Unterschiedes bei den Arbeitsstunden basieren auf Erhebungen des repräsentativen Monats April. Der Anteil der Beschäftigten stammt aus dem Mikrozensus. Diese Daten unterstreichen, dass sich die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt kaum verbessert, obwohl gleiche Arbeit und gleiche Qualifikation eigentlich gleichen Lohn bedeuten sollten.

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