Fachkräftemangel: Berufseinsteiger nicht im Stich lassen
Fachkräftemangel: Berufseinsteiger nicht im Stich lassen

Der demografische Wandel schlägt härter und früher zu als erwartet. Trotzdem investieren Politik und Unternehmen nicht ausreichend in junge Menschen und ihre Qualifizierung, kritisiert Sara Weber in ihrer Kolumne. Dabei seien die Berufseinsteiger von heute die Fachkräfte von morgen – vorausgesetzt, man lasse sie.

Herausforderungen durch den demografischen Wandel

Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer gehen in den Ruhestand, während gleichzeitig weniger junge Menschen nachrücken. Diese Entwicklung führt zu einem zunehmenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in vielen Branchen. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird das Erwerbspersonenpotenzial bis 2035 um rund 7 Millionen sinken, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

„Wir stehen vor einer gewaltigen Lücke, die sich nicht von alleine schließt“, warnt Weber. „Es ist paradox: Obwohl der Fachkräftemangel allgegenwärtig ist, sparen Unternehmen und der Staat bei der Ausbildung und Förderung junger Menschen.“

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Investitionen in Bildung und Qualifizierung

Weber fordert daher ein Umdenken: „Wer in Zukunft noch Fachkräfte haben will, darf sie heute nicht im Stich lassen.“ Konkret bedeutet das: mehr Geld für Schulen, Hochschulen und berufliche Bildung, aber auch für Umschulungs- und Weiterbildungsprogramme. Besonders wichtig sei die Förderung von digitalen Kompetenzen, da die Digitalisierung nahezu alle Berufsfelder durchdringe.

„Jeder Euro, der jetzt in die Qualifizierung junger Menschen gesteckt wird, zahlt sich später mehrfach aus“, betont die Kolumnistin. „Denn gut ausgebildete Fachkräfte sind das Rückgrat unserer Wirtschaft.“

Verantwortung von Politik und Unternehmen

Die Politik müsse die Rahmenbedingungen schaffen, etwa durch eine bessere Finanzierung der Bildungseinrichtungen und eine Reform des Ausbildungssystems. Aber auch die Unternehmen seien gefordert: Sie sollten mehr in die Ausbildung investieren und attraktive Arbeitsbedingungen bieten, um junge Talente zu gewinnen und zu halten.

„Viele Firmen klagen über fehlende Bewerber, sind aber nicht bereit, selbst in die Ausbildung zu investieren“, kritisiert Weber. „Das ist kurzsichtig und gefährdet langfristig den eigenen Erfolg.“

Fazit: Jetzt handeln, um später nicht zu bereuen

Der demografische Wandel sei eine der größten Herausforderungen für den deutschen Arbeitsmarkt, so Weber. Um ihn zu bewältigen, müssten Politik und Wirtschaft gemeinsam handeln – und zwar jetzt. „Wer zu lange wartet, wird die Fachkräfte von morgen nicht mehr finden“, warnt sie. „Die Zeit drängt.“

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