Lohngefälle in Mecklenburg-Vorpemmern: Frauen verdienen weniger trotz Fortschritt
In Mecklenburg-Vorpommern verdienen Frauen im Durchschnitt vier Prozent brutto weniger pro Stunde als Männer. Diese Lohnlücke, auch als Gender Pay Gap bekannt, ist im Jahr 2025 um drei Prozentpunkte geschrumpft, wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern mitteilte. Dennoch bleibt ein signifikanter Unterschied bestehen, der alljährlich durch den symbolischen Equal Pay Day in Erinnerung gerufen wird. Im Jahr 2026 fällt dieser Tag auf den 27. Februar.
Regionale Unterschiede im Bundesvergleich
Bundesweit ist die Lohnlücke deutlich größer: Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 16 Prozent weniger als Männer, ein Wert, der seit 2024 unverändert geblieben ist. Zusammen mit Brandenburg und Sachsen-Anhalt verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern den niedrigsten Verdienstabstand in ganz Deutschland. Im Gegensatz dazu weist Baden-Württemberg mit 20 Prozent den größten Gender Pay Gap auf. Auffällig ist, dass der Unterschied in Ostdeutschland generell kleiner ausfällt als in Westdeutschland.
Alters- und Branchenspezifische Disparitäten
Die Analyse des Statistischen Amts zeigt deutliche Variationen nach Alter und Branche. Bei den 60- bis 64-Jährigen in Mecklenburg-Vorpommern ist der Verdienstunterschied am größten. Überraschenderweise verdienen Frauen unter 30 Jahren in dieser Region durchschnittlich etwas mehr als ihre männlichen Altersgenossen.
In Bezug auf Branchen ist der Gender Pay Gap im Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen mit 27 Prozent am höchsten. Im Gegensatz dazu verdienen Frauen im Wirtschaftszweig Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Beseitigung von Umweltverschmutzung im Schnitt vier Prozent mehr als Männer.
Methodik und Hintergründe der Statistik
Die Auswertung basiert auf einer stichprobenartigen Verdiensterhebung und bezieht sich auf den unbereinigten Gender Pay Gap. Dieser beschreibt den durchschnittlichen prozentualen Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, ohne strukturelle Faktoren wie unterschiedlich bezahlte Berufe, Karriere-Level oder Qualifikationen zu berücksichtigen. Im Gegensatz dazu berücksichtigt der bereinigte Gender Pay Gap vergleichbare Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien, was ein differenzierteres Bild ermöglicht.
Der Equal Pay Day markiert symbolisch jenen Zeitraum, den Frauen in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern im Vorjahr zu kommen. Trotz der jüngsten Angleichung in Mecklenburg-Vorpommern unterstreichen diese Daten die anhaltenden Herausforderungen bei der Geschlechtergerechtigkeit im Arbeitsmarkt.



