Gender Pay Gap stagniert 2025: Frauen verdienen weiterhin 16 Prozent weniger
Gender Pay Gap stagniert: Frauen 16 Prozent weniger Lohn

Lohnlücke zwischen Männern und Frauen bleibt unverändert

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland hat sich im Jahr 2025 nicht weiter geschlossen. Entgegen dem Trend früherer Jahre stagnierte der sogenannte Gender Pay Gap bei 16 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Frauen erhielten damit durchschnittlich 16 Prozent weniger Entgelt pro Arbeitsstunde als ihre männlichen Kollegen.

Historischer Vergleich und regionale Unterschiede

Noch im Jahr 2024 hatte sich die Lücke um 2 Prozentpunkte verringert, doch dieser Fortschritt blieb 2025 aus. Im Jahr 2006 betrug der unbereinigte Gender Pay Gap sogar 23 Prozent, was eine langsame, aber stetige Annäherung in den vergangenen zwei Jahrzehnten zeigt. Auffällig sind die regionalen Disparitäten: In den östlichen Bundesländern klafft die Lücke mit 5 Prozent deutlich geringer als im Westen, wo sie bei 17 Prozent liegt.

Bereinigter Gender Pay Gap unverändert

Männer verdienten im Jahr 2025 durchschnittlich 27,05 Euro pro Stunde, während Frauen auf 22,81 Euro kamen – eine Differenz von 4,24 Euro. Knapp zwei Drittel dieser Lohnlücke lassen sich durch strukturelle Faktoren erklären: höhere Teilzeitquoten bei Frauen und geringere Gehälter in frauentypischen Berufen. Dennoch bleibt eine bereinigte Lücke von 1,71 Euro oder etwa 6 Prozent des Brutto-Stundenlohns ohne eindeutige Erklärung. Dieser Wert, der vergleichbare Tätigkeiten, Qualifikationen und Erwerbsbiografien berücksichtigt, hat sich 2025 ebenfalls nicht verändert.

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Das bedeutet, dass Frauen selbst bei gleicher Arbeit und Qualifikation im Durchschnitt 6 Prozent weniger verdienen als Männer. Das Statistische Bundesamt vermutet, dass Erwerbsunterbrechungen – etwa durch Schwangerschaften, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen – hier eine Rolle spielen, die jedoch nicht detailliert erfasst sind. Die Behörde geht davon aus, dass sich damit weitere Anteile des Lohnunterschieds erklären lassen. Die 6 Prozent stellen somit eine Obergrenze für eine mögliche direkte Verdienstdiskriminierung durch Arbeitgeber dar.

Klare Unterschiede in Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung

Anlässlich des Equal Pay Day am 27. Februar veröffentlichte das Statistikamt weitere Zahlen, die die Ungleichheit verdeutlichen. Demnach brachten Frauen wie in den Vorjahren rund 18 Prozent weniger Zeit für Erwerbsarbeit auf als Männer – der sogenannte Gender Hours Gap. Ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit betrug 28 Stunden, während Männer auf 34 Stunden kamen. Zudem beteiligten sich mit 74 Prozent aller Frauen anteilig weniger am Erwerbsleben; bei den Männern lag dieser Wert bei 81 Prozent – bekannt als Gender Employment Gap.

Werden alle drei Faktoren – Lohn, Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung – zusammengefasst, ergibt sich eine erweiterte Verdienstungleichheit, der Gender Gap Arbeitsmarkt. Diese fällt in den östlichen Bundesländern mit 22 Prozent deutlich geringer aus als im Westen mit 39 Prozent. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass im Osten anteilig mehr Frauen in Vollzeit arbeiten. Der gesamtdeutsche Wert liegt bei 37 Prozent, was die anhaltende geschlechtsspezifische Diskrepanz auf dem Arbeitsmarkt unterstreicht.

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