IKEA schließt Kundenservice-Center in Rostock: 279 Mitarbeiter betroffen
Der schwedische Möbelriese IKEA hat eine schwerwiegende Entscheidung für seinen Standort in Rostock getroffen. Das Unternehmen schließt sein dortiges Customer Support Center, was für 279 Beschäftigte das Ende ihrer Arbeitsverhältnisse bedeutet. Die Hiobsbotschaft erreichte die Mitarbeiter während einer Betriebsversammlung am 25. Februar 2026.
Wirtschaftliche Gründe und strukturelle Veränderungen
Eine Unternehmenssprecherin begründete die Schließung mit wirtschaftlichen Motiven und strukturellen Überlegungen. „Kundenbedürfnisse und das digitale Verhalten verändern sich, und auch die Art des Customer Supports wandelt sich“, erklärte sie. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, vereinfache IKEA Deutschland seine Support-Strukturen. Zusätzlich spielen praktische Faktoren eine Rolle: Der Mietvertrag für den Standort läuft 2026 aus, und umfangreiche Investitionen zur Modernisierung wären nötig gewesen.
Mit dieser Maßnahme reduziert der Konzern die Anzahl seiner deutschen Customer-Support-Center von bisher drei auf nur noch zwei Standorte. Für die Kunden soll sich dadurch nichts ändern – alle Serviceleistungen bleiben laut IKEA vollständig verfügbar. Das eigentliche Möbelhaus in Rostock bleibt von der Schließung unberührt und soll weiterhin geöffnet bleiben.
Kritik von Gewerkschaftsseite
Die Gewerkschaft Verdi übt scharfe Kritik an der Entscheidung. Aus gewerkschaftlicher Sicht stellt die Schließung „einen massiven Einschnitt für die Beschäftigten, ihre Familien und die gesamte Region Rostock“ dar. Verdi bezeichnet die angekündigten Kündigungen als sozial unverantwortlich und als Schlag ins Gesicht für die langjährig engagierten Mitarbeiter.
Daniel Mucha, Mitglied der Verdi-Tarifkommission im Einzelhandel Mecklenburg-Vorpommern und selbst Mitarbeiter am betroffenen Standort, bemängelt insbesondere den Umgang mit der betrieblichen Mitbestimmung. „Besonders kritisch sehen wir den Umgang mit der betrieblichen Mitbestimmung. Neben intransparentem Vorgehen wurde auch die Beteiligung von uns als Arbeitnehmervertretung aktiv und systematisch behindert“, so Mucha. Der Betriebsrat sei bewusst erst eine halbe Stunde vor der Gesamtbelegschaft informiert worden.
Ausblick für die betroffenen Mitarbeiter
Das Unternehmen betont, bei organisatorischen Veränderungen stets mit Sorgfalt, Transparenz und Verantwortung zu handeln und den Sozialpartnerprozess zu achten. Ziel sei ein konstruktiver und gut unterstützter Prozess für die betroffenen Mitarbeiter, bei dem Fairness, Respekt und Transparenz gewährleistet werden sollen.
Dennoch steht fest: Voraussichtlich Ende August 2026 wird das Callcenter in Rostock geschlossen. Verdi erwartet nun faire Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan, um die sozialen Folgen für die 279 betroffenen Beschäftigten abzufedern. Die Gewerkschaft pocht darauf, dass die Mitarbeiter, die jahrelang zum Milliardenerfolg des Konzerns beigetragen haben, angemessen behandelt werden müssen.



