Pleite-Angst in Deutschlands Wirtschaft: Ist auch Ihre Branche gefährdet?
Pleite-Angst in Deutschlands Wirtschaft: Branchen-Risiko

Die Angst vor Firmenpleiten in Deutschland wächst. Nach einer aktuellen Analyse des Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2024 deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind Branchen wie der Einzelhandel, das Baugewerbe und die Gastronomie. Doch auch andere Sektoren geraten zunehmend unter Druck.

Steigende Insolvenzzahlen

Laut IWH meldeten von Januar bis Juni 2024 rund 8.000 Unternehmen Insolvenz an – ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Experten führen dies auf die schwache Konjunktur, hohe Energiepreise und gestiegene Zinsen zurück. Viele Firmen kämpfen zudem mit rückläufigen Aufträgen und steigenden Personalkosten.

Besonders betroffen: Einzelhandel und Baugewerbe

Der Einzelhandel leidet unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Die Inflationsrate liegt weiterhin bei über drei Prozent, was die Realeinkommen schmälert. Viele Händler berichten von Umsatzrückgängen und müssen schließen. Auch das Baugewerbe steckt in der Krise: Gestiegene Bauzinsen und Materialkosten führen zu Auftragseinbrüchen. Zahlreiche Baufirmen haben bereits Insolvenz angemeldet.

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Gastronomie und Hotellerie unter Druck

Die Gastronomie- und Hotelbranche kämpft mit den Folgen der Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent für Speisen. Viele Betriebe klagen über geringere Gästezahlen und höhere Kosten. Die Insolvenzrate in dieser Branche ist im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen.

Welche Branchen sind noch gefährdet?

Neben den genannten Sektoren zeigen auch die Automobilzulieferer und die Metallindustrie erhöhte Insolvenzrisiken. Die Umstellung auf Elektromobilität und der globale Wettbewerb setzen viele Unternehmen unter Druck. Zudem leiden kleinere Betriebe unter den hohen Energiekosten und bürokratischen Hürden.

Ist Ihr Job in Gefahr?

Die steigenden Insolvenzen haben direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Laut Bundesagentur für Arbeit sind bereits 150.000 Beschäftigte von Insolvenzen betroffen. Experten raten Arbeitnehmern, sich über die wirtschaftliche Lage ihres Arbeitgebers zu informieren und gegebenenfalls Weiterbildungen zu absolvieren, um die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Prognosen für die zweite Jahreshälfte 2024 sind verhalten. Das IWH erwartet einen weiteren Anstieg der Insolvenzen. Die Bundesregierung hat zwar Hilfspakete geschnürt, doch viele Unternehmen fordern zusätzliche Entlastungen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Pleitewelle noch größere Ausmaße annehmen.

Für Verbraucher bedeutet dies: Seien Sie achtsam bei größeren Anschaffungen oder Dienstleistungen. Prüfen Sie die Bonität von Unternehmen, bevor Sie Anzahlungen leisten. Und bleiben Sie informiert über die wirtschaftliche Entwicklung in Ihrer Branche.

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