Verdi-Warnstreik legt Dessau-Roßlauer ÖPNV komplett lahm
In Dessau-Roßlau hat ein umfassender Warnstreik der Gewerkschaft Verdi den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vollständig zum Stillstand gebracht. Seit Donnerstagmorgen, dem 19. März 2026, und bis einschließlich Sonntag, dem 22. März, bleiben sämtliche Busse und Straßenbahnen in der Stadt stehen. Die Gewerkschaft hat zu einem 96-stündigen Arbeitskampf aufgerufen, der massive Auswirkungen auf den Alltag der Bürgerinnen und Bürger hat.
Tarifkonflikt eskaliert - 35-Stunden-Woche im Fokus
Im Zentrum des Streits steht die Forderung von Verdi nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für die Beschäftigten im ÖPNV. Bei den jüngsten Tarifverhandlungen am Dienstag kam es zu erheblichen Differenzen zwischen den Verhandlungsparteien. Die Gewerkschaft bezeichnete ein Angebot der Arbeitgeberseite als "Provokation", während die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaft "in der aktuellen Form als nicht akzeptabel" einstuften.
Die Dessauer Stadtwerke reagierten mit einer nüchternen Stellungnahme auf den Streikaufruf: "Wir nehmen das Streikrecht der Beschäftigten zur Kenntnis, bedauern jedoch die erheblichen Auswirkungen auf unsere Fahrgäste." Gleichzeitig betonten sie ihre Erwartung, dass die Gespräche mit Verdi zeitnah fortgesetzt werden und setzen auf konstruktive Verhandlungen, um zu einer tragfähigen Lösung für beide Seiten zu gelangen.
Keine Ersatzfahrten - Schülerverkehr betroffen
Von dem Streik sind alle Buslinien im Dessau-Roßlauer Stadtgebiet sowie der gesamte Schülerverkehr betroffen. Die Dessauer Verkehrsgesellschaft (DVG) machte deutlich, dass sie weder ein Notfall- noch ein Ersatzkonzept anbieten kann. In einer offiziellen Presseinformation hieß es unmissverständlich: "Es wird keine Ersatzfahrten im Bus- oder Straßenbahnbereich geben."
Die Situation stellt insbesondere Pendler, Schüler und alle, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, vor erhebliche Herausforderungen. Die Stadtwerke räumten die gravierenden Folgen des Streiks ein, konnten jedoch keine konkreten Alternativen für die betroffenen Fahrgäste benennen.
Wörlitzer Bahn startet planmäßig in die Saison
Inmitten des Verkehrschaos gibt es jedoch eine positive Nachricht für Eisenbahnfreunde und Ausflügler: Die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn kann ihren traditionellen Saisonauftakt planmäßig durchführen. Am Mittwochnachmittag gaben die Stadtwerke Entwarnung und bestätigten, dass die Züge am Sonnabend und Sonntag, dem 21. und 22. März, wie geplant von Dessau zum Frühlingserwachen in die Parkstadt nach Wörlitz fahren werden.
Diese Entscheidung sichert den Start der beliebten Touristenattraktion, die jährlich zahlreiche Besucher anlockt. Die Wörlitzer Bahn bleibt damit von den Auswirkungen des Verdi-Warnstreiks verschont und kann ihren Betrieb wie gewohnt aufnehmen.
Wie die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Arbeitgebern weitergehen werden, bleibt vorerst ungewiss. Beide Seiten haben ihre Positionen deutlich gemacht, doch ein Weg zur Einigung ist derzeit nicht in Sicht. Die nächsten Tage werden zeigen, ob sich die Konfliktparteien auf einen Kompromiss einigen können oder ob der Streik möglicherweise ausgeweitet wird.



