Die Bundesregierung plant eine umfassende Reform des Arbeitszeitgesetzes. Wie aus Regierungskreisen verlautet, soll der bisherige 8-Stunden-Tag abgeschafft werden. Die 40-Stunden-Woche bleibt jedoch bestehen. Arbeitnehmer könnten dann an manchen Tagen bis zu 13 Stunden arbeiten, dafür an anderen Tagen kürzertreten oder sogar einen zusätzlichen freien Tag erhalten. Ziel ist eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit, die besser an die Bedürfnisse von Unternehmen und Beschäftigten angepasst ist.
Mehr Flexibilität für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Die Reform sieht vor, dass die tägliche Höchstarbeitszeit von derzeit 8 auf bis zu 13 Stunden angehoben wird. Im Gegenzug soll die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden im Durchschnitt eines Monats eingehalten werden. Das bedeutet: Wer an einem Tag länger arbeitet, kann an einem anderen Tag entsprechend früher Feierabend machen. So wäre etwa eine 4-Tage-Woche mit längeren Tagen möglich. Die Regierung erhofft sich davon eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine höhere Produktivität.
Kritik von Gewerkschaften und Arbeitsschützern
Gewerkschaften und Arbeitsschutzverbände reagieren alarmiert. Sie befürchten, dass die Abschaffung des 8-Stunden-Tages zu einer Ausweitung der Arbeitszeit zulasten der Gesundheit führt. „Lange Arbeitstage erhöhen das Risiko für Burn-out und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, warnt ein Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Zudem sei die Kontrolle der Einhaltung der Höchstarbeitszeiten schwierig. Die Regierung verspricht jedoch, dass der Arbeitsschutz weiterhin gewährleistet bleibt und die Reform mit strengen Auflagen verbunden wird.
Reaktionen aus der Wirtschaft
Die Wirtschaft begrüßt die Pläne grundsätzlich. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht darin einen wichtigen Schritt zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. „Flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen es Unternehmen, besser auf Auftragsspitzen zu reagieren“, so ein BDI-Sprecher. Allerdings mahnen auch Arbeitgeberverbände, dass die Umsetzung nicht zu bürokratischen Hürden führen dürfe. Die genauen Details der Reform sollen in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Ein Gesetzentwurf wird noch vor der Sommerpause erwartet.



