Rentenalter steigt weiter: Millionen Deutsche müssen länger arbeiten
Rentenalter steigt: Deutsche müssen länger arbeiten

Rentenalter steigt weiter: Millionen Deutsche müssen länger arbeiten

Die politische Entscheidung zur Rentenpolitik könnte den Arbeitsalltag von Millionen Deutschen nachhaltig verändern. Für das Budget der Deutschen Rentenversicherung wird in Deutschland kontinuierlich das Renteneintrittsalter angehoben, was insbesondere die sogenannte Babyboomer-Generation betrifft.

Umfrage zeigt Reformbedarf

Eine Ende Dezember 2025 veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Funke Mediengruppe ergab, dass 82 Prozent der Deutschen eine grundlegende Reform der gesetzlichen Rente fordern. Die Meinungsforscher hatten zwischen dem 16. und 22. Dezember 5000 Bürgerinnen und Bürger in Deutschland befragt, die sich nachhaltig Gedanken über die Altersvorsorge machen.

Experten warnen schon länger vor ausufernden Kosten für die Rentenkasse durch mehr Rentenbezieher und gleichzeitig weniger Beitragszahler in den kommenden Jahren. Die Debatte über die Finanzierung des staatlichen Rentensystems wird sowohl in politischen Talkshows als auch an Stammtischen intensiv geführt.

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Konkrete Regelungen zum Renteneintritt

Laut Deutscher Rentenversicherung wird die reguläre Altersgrenze für die Regelaltersrente bis 2031 schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer erst ab 67 Jahren in Rente gehen können, was regelmäßig zu polarisierenden Diskussionen bei Wahlen führt.

Konkrete Beispiele für die Altersgrenzen:

  • Arbeitnehmer, die 1960 geboren wurden, können im Juni 2026 in Rente gehen
  • Der Jahrgang 1961 erreicht seine reguläre Altersgrenze mit 66 Jahren und sechs Monaten ab Frühsommer 2027
  • Für die Jahrgänge 1962 bis 1964 erhöht sich das Eintrittsalter in 2-Monats-Schritten
  • Ab dem Jahrgang 1964 gilt schließlich die volle Altersgrenze von 67 Jahren

Zur Einordnung: Laut Statistischem Bundesamt wurden 1961 in ganz Deutschland 1,31 Millionen Menschen geboren, 1962 ebenfalls 1,31 Millionen, und 1963 sowie 1964 jeweils 1,35 Millionen.

Politische Positionen und Gesetzesbeschluss

Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen forderte jüngst im Gespräch mit dem Focus: „Die Rente mit 70 ist längst überfällig. Hätten wir Anfang der Neunzigerjahre – wie in Skandinavien – das Rentenzugangsalter an die Lebenserwartung gekoppelt, lägen wir heute bereits bei 69 Jahren und würden auf die 70 zusteuern.“

Der Deutsche Bundestag hatte Anfang Dezember das Rentengesetz der schwarz-roten Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz mit absoluter Mehrheit beschlossen. Die wichtigste Botschaft des Gesetzes an die Beitragszahler lautet, dass das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent gehalten werden soll. Bei dieser Prozentzahl dient das Verhältnis der Rente zum Durchschnittsverdienst der Beitragszahler als Maßstab für die aktuellen und künftigen Beiträge.

Die Rentenpolitik stellt eine besondere Bewährungsprobe für die Koalition aus CDU/CSU und SPD dar, da sie Millionen Bürger direkt betrifft und langfristige Auswirkungen auf die soziale Sicherheit in Deutschland hat.

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