Arbeitslosigkeit in Sachsen verharrt auf hohem Niveau - Trendwende nicht in Sicht
Die Situation am sächsischen Arbeitsmarkt zeigt weiterhin wenig Bewegung. Die Arbeitslosigkeit im Freistaat bleibt auf einem vergleichsweise hohen Niveau, und eine Trendwende ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit derzeit nicht absehbar. Betroffene sollen weiterhin auf die Unterstützung der Arbeitsagenturen und Jobcenter setzen können.
Stagnation bei hohen Zahlen
Im Februar 2026 waren in Sachsen insgesamt 157.538 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Dies stellt einen minimalen Anstieg von lediglich 51 Personen gegenüber dem Vormonat Januar dar. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres 2025 bedeutet dies jedoch einen deutlichen Zuwachs von knapp 7.300 Arbeitslosen oder 4,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote verharrt damit unverändert bei 7,3 Prozent.
Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, kommentiert die Lage: „Die Arbeitslosigkeit steigt nicht weiter, wenngleich die Beschäftigung abnimmt und die Nachfrage nach Arbeitskräften auf geringem Niveau verharrt. Damit ist die Lage am Arbeitsmarkt unverändert schwierig und vor allem geprägt von wirtschaftlichen Unsicherheiten.“
Höchster Februar-Stand seit Jahren
Im langjährigen Vergleich erreichte die Arbeitslosenquote mit 7,3 Prozent den höchsten Stand in einem Februar seit dem Jahr 2017. Damals lag sie bei 7,6 Prozent. Von den aktuell 157.538 Arbeitslosen suchen 71.483 Personen eine Beschäftigung als Fachkraft und 81.083 als Helfer.
Die Betreuung der Arbeitslosen verteilt sich auf die verschiedenen Institutionen: Die 13 Jobcenter im Freistaat betreuen aktuell 95.728 arbeitslose Frauen und Männer, während die elf sächsischen Agenturen für Arbeit sich um 61.810 Betroffene kümmern. Jobcenter sind insbesondere für Menschen zuständig, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben und stattdessen Bürgergeld empfangen.
Regionale Unterschiede und wirtschaftliche Entwicklungen
Innerhalb der sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf unterschiedlich. Den größten Zuwachs verzeichneten:
- Zwickau mit einem Plus von 0,7 Prozent
- Nordsachsen mit einem Plus von 0,5 Prozent
- Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem Plus von 0,4 Prozent
Die Arbeitslosenquote variiert regional erheblich und reicht von 5,9 Prozent im Landkreis Meißen bis zu 9,9 Prozent in der Stadt Chemnitz. Dresden weist eine Quote von 7,3 Prozent auf, Leipzig kommt auf 6,7 Prozent.
Laut aktuellen Hochrechnungen waren im Dezember 2025 rund 1,63 Millionen Frauen und Männer in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies bedeutet einen Rückgang von etwa 16.100 Personen gegenüber dem Dezember 2024. Besonders betroffen waren dabei:
- Das Verarbeitende Gewerbe mit einem Minus von 9.900 Beschäftigten
- Die Zeitarbeit mit einem Minus von 4.400 Beschäftigten
- Handel und Instandhaltung mit einem Minus von 3.400 Beschäftigten
Nachfrage nach Arbeitskräften und Unterstützungsangebote
Im Februar 2026 haben sächsische Betriebe insgesamt 6.398 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von rund 1.000 Stellen gegenüber dem Vormonat Januar und 206 Stellen mehr als im Februar 2025. Insgesamt sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern aktuell 30.681 freie Stellen registriert.
Trotz dieser Zahlen bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften auf niedrigem Niveau. Klaus-Peter Hansen betont: „Eine Trendwende ist nicht absehbar. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen und Arbeitgeber weiter auf unsere Arbeit und Unterstützung bauen. Allein in den vergangenen vier Wochen konnten über 13.000 Menschen mit unserer Unterstützung eine Arbeit oder Qualifizierung aufnehmen.“
Die Bundesagentur für Arbeit setzt damit weiterhin auf ihre Vermittlungs- und Qualifizierungsangebote, um die schwierige Situation am sächsischen Arbeitsmarkt zu bewältigen und Betroffene bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.



