Niklas Süle hat sein Karriereende als Fußballprofi verkündet. Der 30-jährige Abwehrspieler, der zuletzt bei Borussia Dortmund unter Vertrag stand, gab die Entscheidung am Donnerstag im Podcast „Spielmacher“ von 360Media bekannt. Dabei gönnte er sich demonstrativ einen Cheeseburger und zeigte sich erleichtert, künftig nicht mehr auf sein Gewicht achten zu müssen.
Abschied mit Cheeseburger: Süles letztes Interview als Profi
„Ich habe Hunger“, sagte Süle lächelnd, holte eine Papiertüte hervor und biss beherzt in seinen Cheeseburger. Ab Sommer kann er das ohne sportliche Konsequenzen tun. 53 Minuten lang sprach der Innenverteidiger ausführlich über seine Beweggründe, seine Karriere und seine Laster. „Das meiste habe ich mit meinem Talent geregelt“, erzählte Süle: „Dass ich fast 110 Kilo hatte und trotzdem 35 km/h gelaufen bin. Das ist mein Glück gewesen.“
Kurioser Trick unter Jupp Heynckes
Besonders kreativ war Süle in seiner Zeit beim FC Bayern München. Weil Trainer Jupp Heynckes seine Spieler donnerstags zum Wiegen bat, habe Süle den gesamten Mittwoch über nichts gegessen und sich schließlich mit Regenjacke in die Sauna gesetzt. „Am nächsten Morgen hatte ich dann zweieinhalb Kilo weniger, und die anderen sechs Tage habe ich gelebt wie ein … Ich will es gar nicht sagen“, verriet er lächelnd.
Erfolge und Wehmut
Mit zahlreichen Titeln – fünf Meisterschaften, zweimal DFB-Pokal, Champions-League-Sieg – sowie Einsätzen bei zwei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft blickt Süle auf eine beeindruckende Karriere zurück. „Überragend“ sei diese gewesen, so der Verteidiger. Am Freitag (20.30 Uhr) steht gegen Eintracht Frankfurt sein letztes Heimspiel in Dortmund an. Seine Frau Melissa und die beiden Söhne werden dabei sein. Trainer Niko Kovac wird ihm voraussichtlich einige Minuten geben – es wäre sein 300. Bundesligaeinsatz.
Trotz aller Erfolge hadert Süle auch: „Ich glaube schon, dass ich von der Qualität weiterhin Fußball spielen könnte“, sagte er. „Von der Birne wird es schwieriger.“ Hin und wieder habe er „vielleicht ein bisschen Pech“ und „negative Gedanken“ gehabt oder „ein bisschen zu wenig gemacht einfach.“
Stationen einer Karriere
- TSG Hoffenheim: Sprung zu den Profis
- 2017–2022: FC Bayern München
- Seit 2022: Borussia Dortmund (Vertrag läuft aus)
In dieser Bundesligasaison kam Süle aufgrund von Verletzungen und der starken Konkurrenz durch Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton nur zehnmal zum Einsatz. Nun freut er sich auf die Zukunft: „Ich kann machen, was ich will. Hoffentlich sind alle gesund. Ich bin sowas von dankbar.“



