Erneute Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr: Sechs Bundesländer betroffen
Die Gewerkschaft Verdi hat für den kommenden Donnerstag erneut zu ganztägigen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen. In mindestens sechs Bundesländern sollen Busse und Bahnen in den Depots bleiben, darunter auch in Bayern mit der Landeshauptstadt München. Weitere betroffene Regionen sind das Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.
München erneut im Fokus der Arbeitsniederlegungen
"Auch in München wird am Donnerstag gestreikt", bestätigte Claudia Weber, Geschäftsführerin bei Verdi München, gegenüber der AZ. Die Gewerkschaft kündigte an, dass weitere Informationen zu den geplanten Maßnahmen folgen werden. In der bayerischen Landeshauptstadt sind massive Einschränkungen bei U-Bahn, Tram und den Buslinien der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu erwarten.
Dies stellt bereits den dritten großflächigen Warnstreik in diesem Jahr dar. Verdi hatte zuvor am 27. und 28. Februar sowie am 11. und 2. Februar 2026 zu Arbeitsniederlegungen im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und kommunalen Arbeitgebern ist für den 23. März angesetzt.
Unterschiedliche Streikzeitpunkte in den Bundesländern
Während in den meisten betroffenen Regionen der Streik am Donnerstag stattfinden soll, gibt es regionale Unterschiede bei Beginn und Dauer der Arbeitskampfmaßnahmen. In Nordrhein-Westfalen kommt es bereits am Dienstag zusätzlich zu Donnerstag in den meisten Regionen zu Warnstreiks im ÖPNV. In Sachsen wird der Nahverkehr sogar schon am Montag bestreikt.
In Hessen und Bremen stehen die Entscheidungen über mögliche Streiks noch aus. In Hessen soll sich im Laufe des Montags nach den aktuellen Verhandlungen zeigen, ob die Gewerkschaft dort ebenfalls zum Arbeitskampf aufruft. In Bremen fällt die Entscheidung voraussichtlich am Mittwoch.
Tarifverhandlungen ohne Durchbruch
Die Gespräche zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern haben bisher nicht zu einem Durchbruch geführt. Auch bei der dritten Verhandlungsrunde am 9. März konnten sich die Tarifparteien nicht auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten in Bayern einigen. Mittlerweile scheint auch eine Schlichtung zwischen den Verhandlungsparteien möglich.
"In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang", teilte die Vize-Vorsitzende von Verdi, Christine Behle, mit. "Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her."
Verhandlungsinhalte und regionale Besonderheiten
In den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden und Verkehrsunternehmen geht es in den meisten Bundesländern um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten Manteltarifverträge. Diese regeln unter anderem Arbeitszeit, Pausenlänge und freie Zeit zwischen den Schichten.
In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Verschont von Arbeitskämpfen blieb bisher vor allem Niedersachsen, wo bis Ende März eine Friedenspflicht gilt, während der nicht gestreikt werden darf.
Im Vergleich zu vorherigen Ausständen, bei denen teils über mehrere Tage hinweg der kommunale Nahverkehr nahezu bundesweit zum Erliegen kam, treffen die aktuellen Warnstreiks weniger Bundesländer. Dennoch sind erhebliche Beeinträchtigungen für Pendler und Reisende in den betroffenen Regionen zu erwarten.



