Verdi-Warnstreiks legen ÖPNV in sechs Bundesländern lahm - Tarifverhandlungen stocken
Verdi-Warnstreiks legen ÖPNV in sechs Bundesländern lahm

Verdi-Warnstreiks legen öffentlichen Nahverkehr in mehreren Bundesländern lahm

Die Gewerkschaft Verdi hat mit koordinierten Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erneut den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöht. In mindestens sechs Bundesländern bleiben Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen in den Depots, was zu massiven Einschränkungen für Pendler und Reisende führt.

Betroffene Regionen und Streikdauer

Besonders stark betroffen sind Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. In Nordrhein-Westfalen handelt es sich bereits um den zweiten Nahverkehrsausstand innerhalb dieser Woche, während in Sachsen-Anhalt der Arbeitskampf vielerorts bis einschließlich Sonntag andauert. Auch in der bayerischen Landeshauptstadt München bleiben seit gestern sämtliche Busse und Bahnen stehen.

Wichtig zu wissen: Die Deutsche Bahn mit ihren Regionalzügen und S-Bahnen ist von diesen Streiks nicht betroffen. Ebenso verkehren die Regionalzüge anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen planmäßig.

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Hintergrund der Tarifverhandlungen

Es handelt sich um den dritten großflächig koordinierten Arbeitskampf in den parallel in allen Bundesländern geführten Tarifverhandlungen für den ÖPNV. Während in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein bereits Einigungen erzielt wurden und in Hessen ein Kompromiss zur Mitgliederbefragung vorliegt, stehen die Verhandlungen in vielen anderen Regionen noch am Anfang.

Christine Behle, Vize-Vorsitzende von Verdi, betonte kürzlich: „In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang.“ Die Arbeitgeberseite verweist hingegen auf schwierige wirtschaftliche Zeiten.

Verhandlungsinhalte und regionale Unterschiede

In den meisten Bundesländern konzentrieren sich die Verhandlungen auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch sogenannte Manteltarifverträge. Diese regeln essenzielle Aspekte wie:

  • Arbeitszeitgestaltung
  • Pausenlängen
  • Freizeit zwischen den Schichten

In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn werden zusätzlich zu den Arbeitsbedingungen auch höhere Löhne und Gehälter verhandelt.

Aktuelle Verhandlungssituation

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben, dem größten Nahverkehrsunternehmen Deutschlands, beginnt heute eine neue Verhandlungsrunde. Verschont von Arbeitskämpfen blieb bisher vor allem Niedersachsen, wo bis Ende März eine Friedenspflicht gilt, die Streiks untersagt.

Die Gewerkschaft Verdi setzt mit diesen flächendeckenden Warnstreiks ein deutliches Signal an die Arbeitgeber, die Verhandlungen zügig voranzutreiben und akzeptable Lösungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr zu finden.

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