Alexander Zverev hat vor seinem Auftaktmatch in Wimbledon mit einer ungewöhnlichen Enthüllung überrascht: Der French-Open-Sieger leidet an einer Rasenallergie. Dies gab der 29-Jährige am Rande eines Trainings auf dem heiligen Rasen des All England Clubs preis. Nachdem er sich kräftig geschnäuzt hatte, erklärte er: „Mir geht's super. Es ist einfach nur ein Problem, dass wir auf Rasen spielen, und ich eine Rasenallergie habe. Die habe ich ja jedes Jahr.“
Zverevs Gesundheitszustand und Vorbereitung
Zverev, der sich nach seinem Fünf-Satz-Sieg bei den French Open vor drei Wochen in Paris nun auf Rasen vorbereitet, betonte, dass er sich insgesamt gut fühle. Die Allergie sei ein jährliches Problem, das ihn jedoch nicht von seinem Ziel abbringe, auch in Wimbledon zu triumphieren. „Ich habe das Gefühl, dass ich gut vorbereitet bin. Ich habe das Gefühl, dass ich im Moment gutes Tennis spiele“, sagte der Weltranglistendritte.
Herausforderungen vor dem Turnier
In der Vorbereitung lief jedoch nicht alles reibungslos. In seinem Halbfinale in Halle ließ sich Zverev den Rücken einrenken, und als Diabetiker hatte er „extremst Probleme“ mit seinem Blutzucker. Ein Sensor hatte kurz vor dem Match einen zu hohen Wert angezeigt, woraufhin er sich zu viel Insulin spritzte. „Das Unternehmen untersucht den Vorfall, geht der Sache auf den Grund. Ich nutze den Sensor seit zehn oder elf Jahren. Das ist das erste Mal, dass so etwas passiert ist“, erklärte Zverev. Die Erschöpfung während des Matches habe die Situation verschärft.
Erstrundengegner und Chancen
Zverev trifft in der ersten Runde auf den Belgier Alexander Blockx, gegen den er in dieser Saison bereits zweimal gewonnen hat – im Halbfinale von Madrid und in der dritten Runde von Rom. Dennoch warnt er vor der Aufschlagstärke des 21-Jährigen: „Ich spiele wieder gegen jemanden, der mit 230 km/h aufschlägt. Dann kommt er und serviert 45 Asse gegen mich. Dann sitze ich hier am Dienstag und sage, ist halt scheiße gelaufen. Aber das kann auf Rasen immer mal passieren.“
Boris Beckers Einschätzung
Tennislegende Boris Becker sieht Zverevs Chancen in Wimbledon so gut wie nie zuvor. „Die Spieler schauen ihn anders an. Er selber fühlt sich als besserer Spieler“, sagte Becker in seinem Podcast mit Andrea Petkovic. Der Pariser Erfolg könnte den Unterschied machen. Zverev selbst spürt eine innere Zufriedenheit, aber sein Leben habe sich nicht grundlegend verändert: „Man lebt einfach weiter“, so der Hamburger, der weiterhin mit Freunden Golf spielt oder mit seiner Tochter Mayla in den Kinderclub geht.



