Wirtschaftsranking: München und Cottbus als Spitzenreiter
Wirtschaftsranking: München und Cottbus vorn

Eine neue Studie der IW Consult belegt: Der Landkreis München ist die wirtschaftlich stärkste Region Deutschlands, während Cottbus die größten Fortschritte verzeichnet. Das Regionalranking untersucht alle zwei Jahre 400 Landkreise und kreisfreie Städte anhand von Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität. Das Dynamikranking misst die Verbesserung innerhalb der letzten zwei Jahre.

Cottbus als Vorbild für Strukturwandel

Cottbus übernehme in der Lausitz eine zentrale Ankerfunktion als urbaner Wissens- und Innovationsstandort mit der einzigen technischen Universität Brandenburgs, erklärte Hanno Kempermann von IW Consult. Neben der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung würden wirtschaftliche Aktivitäten an ökologischen Leitthemen wie Wasserstoff, Elektrifizierung und erneuerbaren Energien ausgerichtet. Regionen wie Cottbus zeigten, wie Strukturwandel gelingen könne. Zuvor hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Bayern dominiert das Niveauranking

Das Niveauranking zeigt, wo die wirtschaftliche Lage aktuell am besten ist. Der Landkreis München belegt erneut den ersten Platz, gefolgt von der Stadt München und dem Landkreis Tirschenreuth. Elf der zwanzig stärksten Regionen liegen in Bayern. Sie punkten den Forschern zufolge mit hoher Steuerkraft, niedriger Arbeitslosigkeit und vielen hoch qualifizierten Fachkräften. Die letzten Plätze belegen Suhl (Thüringen) sowie die Ruhrgebietsstädte Duisburg und Gelsenkirchen.

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Baden-Württemberg im Langzeitvergleich geschwächt

Der Süden Deutschlands schneidet insgesamt erneut stark ab. Gut drei Viertel der Regionen in den Top 100 liegen in Bayern und Baden-Württemberg. Im Langzeitvergleich zeigt sich jedoch: Über 60 Prozent der Regionen in Baden-Württemberg haben seit 2016 mindestens 25 Plätze im Ranking verloren – so viel wie in keinem anderen Bundesland. Kempermann führt dies auf die Automobilkrise zurück. Wirtschaftlich herausfordernde Zeiten mit hohen Kosten, Bürokratieanforderungen und Zollkonflikten beeinflussten insbesondere die industriegeprägten Bundesländer.

Brandenburg als großer Gewinner

Der Norden Deutschlands habe hingegen profitiert, so die Studienautoren. Der Ausbau erneuerbarer Energien habe massiv an Fahrt aufgenommen. Seit 2016 hat sich Brandenburg von allen Bundesländern am besten entwickelt: Knapp 80 Prozent der Regionen verbesserten sich im Ranking um mindestens 25 Plätze. In Brandenburg sei viel industrielle Wertschöpfung entstanden, so Kempermann. Zudem profitiere das Bundesland von der Nähe zu Berlin.

Die Studie zeigt, dass wirtschaftliche Stärke und Dynamik regional stark variieren. Während der Süden weiterhin hohe Niveaus hält, holen der Osten und Norden auf – insbesondere durch Strukturwandel und erneuerbare Energien.

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