In der Hauptstadtregion droht knapper Wohnraum zur Hürde für die Ansiedlung neuer Firmen zu werden. „Noch ist Wohnraum kein limitierender Faktor. Aber es kann dazu kommen, wenn keine Vorsorge getroffen wird“, sagte Steffen Kammradt, Brandenburgs Chef-Wirtschaftsförderer des Landes, dem Tagesspiegel in einem Gespräch über das Ringen um Investoren und Wege aus der Krise, die auch Brandenburg getroffen hat.
Wohnraum als Standortfaktor
Kammradt betonte, dass große Ansiedlungen inzwischen auf Zuzug angewiesen seien. Ohne ausreichenden Wohnraum könnten Unternehmen keine Fachkräfte anziehen. „Wir müssen jetzt handeln, bevor der Wohnungsmangel zu einem echten Standortproblem wird“, so der Wirtschaftsförderer. Brandenburg verzeichnet zwar derzeit noch keine massiven Abbrüche von Ansiedlungen aufgrund fehlender Wohnungen, doch die Entwicklung sei alarmierend.
Herausforderungen für Investoren
Die Wirtschaftsförderung des Landes arbeitet intensiv daran, Investoren zu gewinnen. Doch die Konkurrenz ist groß. „Viele Unternehmen schauen genau hin, ob die Infrastruktur und der Wohnungsmarkt den Bedarf decken können“, erklärte Kammradt. Besonders in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg sei der Druck hoch. „Wir müssen gemeinsam mit den Kommunen und der Wohnungswirtschaft Lösungen entwickeln, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“
Maßnahmen der Landesregierung
Die brandenburgische Landesregierung hat bereits mehrere Initiativen gestartet, um den Wohnungsbau zu fördern. Dazu gehören beschleunigte Genehmigungsverfahren und finanzielle Anreize für Bauherren. „Doch das allein reicht nicht“, warnte Kammradt. „Es braucht eine enge Abstimmung zwischen Wirtschaftsförderung, Stadtplanung und Wohnungsbau.“
Der Wirtschaftsförderer forderte zudem mehr Engagement von der Bundesebene. „Die Wohnungsnot ist ein bundesweites Problem, das auch die Ansiedlung von Unternehmen betrifft. Hier müssen alle Ebenen an einem Strang ziehen.“
Blick in die Zukunft
Kammradt zeigte sich optimistisch, dass Brandenburg die Herausforderung meistern kann. „Wir haben gute Voraussetzungen, aber wir müssen jetzt die Weichen stellen.“ Ohne entschlossenes Handeln drohe die Hauptstadtregion im Wettbewerb um Investoren ins Hintertreffen zu geraten. „Große Ansiedlungen sind inzwischen auf Zuzug angewiesen – und dafür brauchen wir Wohnungen.“



