Zeitumstellung 2026: Darf der Chef bei fehlender Stunde das Gehalt kürzen?
Zeitumstellung: Darf Chef bei fehlender Stunde Gehalt kürzen?

Zeitumstellung 2026: Eine Stunde fehlt – was bedeutet das für Arbeitnehmer?

In der Nacht vom 28. auf den 29. März 2026 wird uns wieder eine Stunde „gestohlen“. Während die meisten Menschen diese Umstellung verschlafen, hat sie für Schichtarbeiter und andere Berufstätige, die in dieser Nacht arbeiten müssen, konkrete Auswirkungen. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Krankenhaus, im Taxigewerbe oder in der IT-Branche, die rund um die Uhr im Einsatz sind.

Grundsätzliches zum Arbeitsrecht bei der Zeitumstellung

Rechtsexperten weisen darauf hin, dass Arbeitgeber nicht einseitig verlangen können, die verlorene Stunde einfach hinten anzuhängen. Diese Position wird auch auf Fachportalen wie „Haufe.de“ vertreten. Entscheidend ist, was in individuellen Arbeitsverträgen, Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen festgelegt ist.

Auswirkungen auf die Bezahlung

Für Arbeitnehmer mit einem festen Bruttomonatslohn hat die fehlende Stunde in der Regel keine negativen Konsequenzen. Ihr Gehalt bleibt unverändert, unabhängig davon, ob sie in dieser Nacht gearbeitet haben oder nicht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Anders sieht es aus, wenn nach Stunden bezahlt wird. In diesem Fall fehlt die Stunde tatsächlich auf dem Lohnzettel, sofern es keine speziellen Regelungen gibt. Arbeitgeber sind daher gut beraten, im Vorfeld klare Vereinbarungen zu treffen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Die kompliziertere Situation im Herbst

Noch komplexer wird die Lage bei der Umstellung auf die Winterzeit in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2026. Hier wird die Uhr eine Stunde zurückgestellt, was die Frage aufwirft: Müssen Arbeitnehmer dann eine Stunde länger bleiben?

Laut der allgemeinen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts haben Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran, den Dienst lückenlos aufrechtzuerhalten. Sie können daher darauf bestehen, dass ein Dienst, der beispielsweise um 9 Uhr enden soll, auch bis zu diesem Zeitpunkt erfüllt wird.

Mögliche Regelungen für Überstunden

Je nach vertraglicher Situation können verschiedene Szenarien eintreten:

  • Gelegentliche Überstunden sind mit dem Bruttolohn abgegolten.
  • Die Überstunde wird als Guthaben auf ein Zeitkonto eingezahlt.
  • Die Überstunde wird finanziell abgegolten.
  • Die Überstunde darf nur verlangt werden, wenn sie auch bezahlt wird – dies ist in der Regel der Fall, wenn es keine speziellen Vereinbarungen gibt.

Arbeitnehmer sollten daher ihre Verträge genau prüfen und im Zweifelsfall das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber suchen, um Klarheit zu schaffen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration