China will Handelsbilanz ausgleichen: Reaktion auf internationale Kritik
China hat auf massive internationale Kritik an seinem Rekord-Handelsüberschuss reagiert und eine bessere Koordination von Importen und Exporten angekündigt. Handelsminister Wang Wentao erklärte während des Volkskongresses in Peking: "Der Handelsüberschuss belief sich im vergangenen Jahr auf fast 1,2 Billionen US-Dollar, und wir haben die Bedenken unserer Handelspartner zur Kenntnis genommen." Diese Aussage erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im internationalen Handel.
Details zum Rekordüberschuss und geplante Maßnahmen
Laut offiziellen chinesischen Daten stiegen die Exporte im Jahr 2025 um 5,5 Prozent auf etwa 3,8 Billionen US-Dollar, während die Importe mit rund 2,6 Billionen Dollar unverändert blieben. Diese Diskrepanz führte zu dem historischen Überschuss und verdeutlicht die exportgetriebene Struktur der chinesischen Wirtschaft. Minister Wang betonte jedoch: "Wir werden eine ausgewogene Handelsentwicklung vor allem durch die Stabilisierung der Exporte bei gleichzeitiger Ausweitung der Importe fördern."
Konkret plant China folgende Maßnahmen zur Steigerung der Importe:
- Erhöhung der Einfuhren von Agrarprodukten
- Ausweitung der Importe hochwertiger Konsumgüter
- Steigerung der Einfuhren fortschrittlicher Technologiegeräte
- Erhöhung der Importe von Schlüsselkomponenten
Internationale Reaktionen und Handelskonflikte
Der enorme Handelsüberschuss hat bereits zu protektionistischen Maßnahmen wichtiger Handelspartner geführt. Die Vereinigten Staaten verhängten unter der Administration von Joe Biden hohe Zölle auf chinesische Produkte wie Stahl, Solaranlagen und Elektroautos. Die Europäische Union führte im Herbst 2024 zusätzliche Aufschläge auf Elektrofahrzeuge aus China ein, nachdem eine Anti-Subventionsuntersuchung unfaire staatliche Zuschüsse festgestellt hatte.
Wang Wentao wies auf die schwierige globale Lage hin: "In der angespannten Weltlage ist der Druck groß, den Außenhandel zu stabilisieren. Die jüngsten geopolitischen Konflikte haben die internationale Wirtschafts- und Handelsordnung sowie globale Lieferketten gestört." Die ersten beiden Monate des Jahres 2026 hätten die Besonderheiten aus dem Vorjahr beibehalten, obwohl noch keine offiziellen Daten vorlägen.
Deutschland als wichtiger Handelspartner
Für Deutschland hat sich China mittlerweile zum wichtigsten Handelspartner entwickelt und die USA in dieser Position abgelöst. Deutsche Unternehmen beklagen jedoch seit längerer Zeit die schwache Nachfrage auf dem chinesischen Binnenmarkt, die zu geringeren Exportmöglichkeiten führt. Die exportgetriebene Wirtschaftsstruktur Chinas zeigt sich deutlich in der Diskrepanz zwischen hoher Produktion für den Weltmarkt und vergleichsweise geringen Importen aufgrund der schwachen Inlandsnachfrage.
Minister Wang betonte abschließend die Bedeutung des chinesischen Marktes: "China ist der zweitgrößte Importmarkt der Welt mit einer stetig wachsenden Mittelschicht." Die angekündigten Maßnahmen zur Importsteigerung sollen dazu beitragen, die Handelsbeziehungen mit internationalen Partnern zu verbessern und die Kritik am hohen Handelsüberschuss zu entschärfen.



