Eskalation im Nahen Osten: Flugbetrieb unter schwierigen Bedingungen
Die Situation im Nahen Osten spitzt sich weiter zu, während erste Airlines versuchen, den Flugbetrieb unter extrem schwierigen Bedingungen wiederaufzunehmen. Etihad Airways hat angekündigt, ab Freitag einen eingeschränkten Flugbetrieb am Flughafen Abu Dhabi zu starten. Dies geschieht vor dem Hintergrund massiver militärischer Auseinandersetzungen in der Region.
Israelische Angriffe auf Beiruter Vororte
Die israelische Armee hat nach einem Evakuierungsaufruf erneut Angriffe auf die südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut geflogen. Nach Armeeangaben richteten sich die Attacken gegen die Infrastruktur der proiranischen Hisbollah-Miliz im Vorort Dahija. Libanesische Staatsmedien berichteten ebenfalls von Angriffen in den südlichen Vororten, wobei sich diese Angaben nicht unabhängig überprüfen lassen.
Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich hatte zuvor damit gedroht, dass die Vororte schon bald wie die großflächig zerstörte Stadt Chan Junis im Gazastreifen aussehen würden. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, dass seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon die Zahl der Todesopfer auf 123 gestiegen ist, 683 Menschen seien verletzt worden.
Internationale Reaktionen und Evakuierungen
Die internationale Gemeinschaft reagiert mit verschiedenen Maßnahmen auf die Eskalation:
- Die USA und Israel setzen ihre Angriffe auf Iran fort, während Teheran mit Gegenschlägen antwortet, die auch Ziele in Bahrain, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten treffen.
- Die Nato erhöht die Bedrohungsstufe für ihr militärisches Hauptquartier und weitere Kommandoposten und verstärkt die gemeinsame Flugabwehr an der Südflanke deutlich.
- Die USA haben den Betrieb ihrer Botschaft in Kuwait-Stadt eingestellt, nachdem Iran das mit den USA verbündete Golfland wiederholt mit Raketen und Drohnen angegriffen hatte.
- Ein französischer Evakuierungsflug musste wegen Raketenbeschusses in den Vereinigten Arabischen Emiraten umkehren.
Etihad Airways startet eingeschränkten Flugbetrieb
Vor diesem angespannten Hintergrund hat Etihad Airways den Start erster Flüge von und nach Abu Dhabi angekündigt. Vom 6. bis 19. März soll es einen eingeschränkten Flugbetrieb zu wichtigen Destinationen geben, darunter:
- Kairo
- Delhi
- London
- Frankfurt
- New York
- Paris
- Moskau
- Toronto
- Zürich
Die großen Flughäfen auf der Arabischen Halbinsel hatten wegen des Irankriegs ihren Betrieb einstellen müssen, was Tausende Touristen strandete. Die Entscheidung von Etihad Airways erfolgt trotz der angespannten Sicherheitslage in der Region.
Deutsche Evakuierungsbemühungen
Die Bundesregierung will nach drei Sonderflügen aus dem Oman auch aus der saudischen Hauptstadt Riad gestrandete Deutsche in die Heimat zurückbringen. Außenminister Johann Wadephul (CDU) kündigte an, dass der Flug aus Saudi-Arabien am Sonntagnachmittag mit einer gecharterten Maschine der Fluggesellschaft Sundair organisiert werden soll.
Zur Vorbereitung der Ausreise sollten besonders verletzliche Deutsche wie Schwangere, Kranke oder Ältere auf dem Landweg aus dem Golfemirat Katar nach Riad gebracht werden. Diese Maßnahmen zeigen die Komplexität der Evakuierungsbemühungen in der krisengeschüttelten Region.
Warnungen vor Anschlagsgefahr
Israel warnt seine Bürgerinnen und Bürger wegen der angespannten Sicherheitslage in der Region vor Anschlägen im Ausland. Der Nationale Sicherheitsrat mahnte, dass sich seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe in Iran die Gefahr erhöht habe, die von Einzeltätern sowie von iranischen Behörden ausgehe.
In den vergangenen Tagen seien geplante Angriffe auf Israelis vereitelt worden, Details nannte das Gremium nicht. Tausende Israelis sind derzeit im Ausland gestrandet. Der Nationale Sicherheitsrat empfahl Israelis, bis auf Weiteres Flüge mit einem Umstieg in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu vermeiden und im Ausland jüdische sowie israelische Symbole in der Öffentlichkeit nicht sichtbar zu tragen.
Regionale und wirtschaftliche Auswirkungen
Die Eskalation im Nahen Osten hat erhebliche regionale und wirtschaftliche Auswirkungen:
- Fast jeder dritte Liter Öl kommt aus der Region um den Persischen Golf, beim Flüssigerdgas sieht es ähnlich aus. Nun blockiert Iran die strategisch wichtige Straße von Hormus.
- Die EU-Kommission warnt vor einer möglichen Migrationskrise als Folge der militärischen Auseinandersetzungen.
- Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien wollen Marineeinheiten Richtung Zypern senden, nachdem auf der Insel eine Basis der britischen Royal Air Force angegriffen worden war.
Die Situation bleibt äußerst volatil, während internationale Akteure versuchen, die Sicherheit ihrer Bürger in der Region zu gewährleisten und gleichzeitig auf die militärische Eskalation zu reagieren. Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs durch Etihad Airways stellt einen ersten Schritt zur Normalisierung unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen dar.



