US-Gericht in New York spricht Unternehmen Recht auf Zoll-Rückerstattungen zu
In einem bedeutenden Rechtsstreit um die US-Zollpolitik hat die amerikanische Regierung eine weitere juristische Niederlage erlitten. Ein Richter am Gericht für internationalen Handel in New York urteilte, dass Importeure einen klaren Anspruch auf Rückzahlungen für bereits entrichtete Zölle besitzen, die der Supreme Court, das oberste US-Gericht, kürzlich für unrechtmäßig erklärt hatte. Diese Entscheidung betrifft einen konkreten Fall, in dem ein Unternehmen aus dem Bundesstaat Tennessee als Kläger auftrat.
Hintergrund: Trumps Zollpolitik und das Urteil des Supreme Court
Präsident Donald Trump hatte während seiner zweiten Amtszeit unter Berufung auf ein Notstandsgesetz aus dem Jahr 1977 eigenständig Zölle gegen zahlreiche Handelspartner verhängt, wobei er dabei den Kongress umging. Im vergangenen Monat erklärte der Supreme Court diese Maßnahmen in einer wegweisenden Entscheidung für rechtswidrig. Die Richterinnen und Richter stellten fest, dass das Gesetz dem US-Präsidenten nicht die Befugnis erteilt, eigenmächtig Zölle zu erheben. Allerdings ließen sie die Frage offen, ob die Regierung die bereits eingezogenen Zolleinnahmen an die betroffenen Importeure zurückerstatten muss.
Folgen für Unternehmen und den US-Staatshaushalt
Nach dem Urteil des Supreme Court reichten mehrere Unternehmen, darunter der bekannte US-Logistikkonzern Fedex, Klagen beim Gericht für internationalen Handel in New York ein, um die Rückerstattung bereits gezahlter Zölle durchzusetzen. Experten hatten unmittelbar nach dem höchstrichterlichen Spruch mit einer Welle solcher Rückforderungen gerechnet. Nach Berechnungen der University of Pennsylvania könnte dies für den US-Staatshaushalt erhebliche finanzielle Auswirkungen haben: Es geht um schätzungsweise 175 Milliarden US-Dollar, was etwa 2,5 Prozent des gesamten US-Haushalts entspricht.
Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltenden rechtlichen Auseinandersetzungen um die Handelspolitik der USA und setzt einen wichtigen Präzedenzfall für künftige Fälle. Die Entscheidung des New Yorker Gerichts stärkt die Position der Importeure und könnte weitere Klagen nach sich ziehen, während die Regierung nun vor der Herausforderung steht, die finanziellen Konsequenzen zu bewältigen.



