Die Warenhauskette Galeria hat eine Liste mit 33 Filialen veröffentlicht, deren Zukunft ungewiss ist. Diese Standorte werden auf ihre Rentabilität geprüft und könnten geschlossen werden, falls keine tragfähigen Lösungen mit den Vermietern gefunden werden. Das Unternehmen will mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Sollten diese Gespräche scheitern, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet, teilte Galeria mit. Bei einigen Häusern laufen die Verhandlungen bereits, bei anderen sollen sie nun beginnen.
Betroffene Standorte in 13 Bundesländern
Die Liste umfasst Filialen in 13 Bundesländern. In Baden-Württemberg sind Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen betroffen. Bayern ist mit Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München (Rotkreuzplatz) und Würzburg vertreten. In Berlin stehen die Standorte Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm und Spandau auf dem Prüfstand. Brandenburg ist mit Potsdam vertreten, Hamburg mit Eimsbüttel. In Hessen sind Bad Homburg und Limburg an der Lahn genannt. Mecklenburg-Vorpommern hat Wismar auf der Liste, Niedersachsen Braunschweig und Oldenburg. Nordrhein-Westfalen ist mit Euskirchen, Kleve, drei Kölner Filialen (Breite Straße, Hohe Straße, Nippes), Mülheim (Rhein-Ruhr Zentrum) und Münster (Salzstraße) stark vertreten. Rheinland-Pfalz nennt Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz und Speyer. Sachsen-Anhalt ist mit Magdeburg dabei.
Kriterien und Vorgehen
Laut Galeria waren unter anderem die Mietbelastung und die Ertragskraft ausschlaggebend für die Auswahl. „Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten“, sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Eine Sprecherin ließ offen, wann Entscheidungen fallen. Das Unternehmen betonte, dass alle Warenhäuser nachhaltig profitabel wirtschaften müssten. Da alle Filialen Optimierungspotenzial hätten, sollen auch an den übrigen 50 Standorten Gespräche mit Vermietern geführt werden. Parallel prüft Galeria Umzüge in geeignetere Immobilien und Neueröffnungen.
Hintergrund: Kredit und Insolvenzgeschichte
Die angeschlagene Kette hatte kürzlich eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers erhalten. Die Kreditlinie ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Bereits im Juni 2024 galten rund 30 der damals 83 Filialen als gefährdet. Das neue Geld dient unter anderem dazu, einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Mehrere Vermieter hatten in den vergangenen Monaten beklagt, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um Stundung gebeten zu haben.
Der Konzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden bereits neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.



