Cadillac Optiq im Test: Komfortabler Ami, aber lahmer Lader
Cadillac Optiq: Komfortabler Ami, aber lahmer Lader

Der Cadillac Optiq, das neue elektrische Mittelklasse-SUV der US-Luxusmarke, überzeugt im Praxistest mit hohem Komfort und guter Verarbeitung, enttäuscht aber bei der Ladeperformance: Mit maximal 110 kW Ladeleistung und einer realen Reichweite von knapp unter 400 Kilometern ist er für Langstrecken nur bedingt geeignet. Das ist das Fazit eines ausführlichen Tests, der zeigt, dass der Optiq eine interessante Alternative zu deutschen Premiummodellen sein kann, aber Kompromisse erfordert.

Drei elektrische SUV: Cadillacs Modelloffensive in Deutschland

Cadillac hat kürzlich gleich drei elektrisch angetriebene SUVs in verschiedenen Größen auf den deutschen Markt gebracht. Der Optiq ist das mittlere Modell und positioniert sich als Konkurrent zu etablierten Größen wie dem BMW iX3 oder dem Mercedes EQC. Mit einem Grundpreis von 65.000 Euro liegt er preislich im oberen Mittelfeld. Die Marke setzt auf Exklusivität: Nur 13 Servicestützpunkte gibt es in Deutschland, was den Optiq zu einem exotischen Fahrzeug macht.

Design und Ausstattung: Elegant, aber unauffällig

Optisch kommt der Optiq gefällig, aber eher unauffällig daher. Das ausdrucksstarke Coastal Blue Metallic ist allerdings nur in der Luxury-Line erhältlich und kostet 950 Euro Aufpreis. Die Ausstattungslinien "Luxury" und "Sport" sind zum gleichen Preis wählbar. Serienmäßig sind umfangreiche Features wie Panoramadach, schlüsselloses Schließsystem, Sitzheizung hinten, Belüftung vorn und elektrisch verstellbare Vordersitze. Auch Navigationssystem (basierend auf Google-Diensten), adaptiver Tempomat, Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord. Das Curved Display und die schwebende Mittelkonsole sind moderne Design-Elemente.

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Bedienung und Komfort: Eigenwillig, aber ergonomisch

Die Bedienung ist speziell: Viele Funktionen lassen sich sowohl über den Touchscreen als auch über einen Controller steuern. Die physische Tastenreihe für die Klimafunktionen ist lobenswert. Die Sitzergonomie ist für das Segment sehr komfortabel, und die Verarbeitungsqualität überzeugt. Der Optiq ist ein angenehmer Langstreckenbegleiter, auch wenn die Bedienung zunächst etwas Eingewöhnung erfordert.

Antrieb: Ein Motor, sanft und souverän

Es gibt nur eine Antriebsoption: zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren, die je eine Achse antreiben. Das ergibt Allradantrieb mit 281 PS Systemleistung und 480 Newtonmetern Drehmoment. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,3 Sekunden ist ordentlich, aber nicht überwältigend. Die fein abgestimmte Fahrpedalkennlinie sorgt für einen sanften Drehmomentanstieg, was dem Charakter als Gentleman-Auto entspricht. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 184 km/h abgeregelt.

Reichweite und Laden: Schwächen auf der Langstrecke

Die 75 kWh große Batterie (netto) ermöglicht eine WLTP-Reichweite von 425 Kilometern, in der Praxis sind es aber oft weniger als 400 Kilometer. Der Verbrauch von knapp 20 kWh/100 km (WLTP) ist nicht gerade niedrig. Beim Schnellladen zeigt sich die größte Schwäche: Mit maximal 110 kW Ladeleistung dauert es etwa 40 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent zu laden. Das ist in dieser Klasse heute nicht mehr konkurrenzfähig. Immerhin ist AC-Laden mit bis zu 22 kW möglich.

Platzangebot: Viel Beinfreiheit, wenig Kofferraum

Der Innenraum bietet großzügige Beinfreiheit im Fond, aber der Kofferraum ist mit 443 Litern (1340 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank) für diese Fahrzeugklasse deutlich zu klein. Der Optiq ist eher ein Lifestyler als ein Praktiker.

Fazit: Ja, wenn man Komfort und Individualität sucht

Der Cadillac Optiq ist eine feine Bereicherung für das Angebot an elektrischen Mittelklasse-SUVs. Er überzeugt mit Komfort, Verarbeitung und Fahrspaß. Wer jedoch häufiger lange Strecken fährt und schnelles Laden benötigt, wird enttäuscht. Auch wer in ländlichen Regionen wohnt, muss das dünne Händlernetz bedenken. Insgesamt ist der Optiq eine klare Empfehlung für alle, die Wert auf Individualität legen und bereit sind, Kompromisse bei der Ladegeschwindigkeit einzugehen.

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