Dassault nach FCAS-Aus offen für neue Partner – auch außerhalb Europas
Dassault sucht nach FCAS-Aus neue Partner weltweit

Der französische Flugzeugbauer Dassault Aviation ist nach dem Scheitern des europäischen Kampfjet-Projekts FCAS offen für neue Kooperationen und schließt dabei auch Partner außerhalb Europas nicht aus. „Wir sind zur Zusammenarbeit fähig, das haben wir in der Vergangenheit gezeigt, aber wir wollen nach Regeln kooperieren, die von Anfang an akzeptiert wurden“, sagte Firmenchef Eric Trappier am Mittwoch vor einem Ausschuss des französischen Senats.

FCAS-Projekt gescheitert: Streitigkeiten zwischen Dassault und Airbus

Im Juni hatten Deutschland und Frankreich das Future Combat Air System (FCAS) wegen unüberbrückbarer Differenzen der beteiligten Industrieunternehmen gestoppt. FCAS sollte ein hochkomplexes europäisches Luftkampfsystem werden, das ab den 2040er-Jahren die bisherigen Kampfjets wie den deutschen Eurofighter und die französische Rafale ersetzen sollte. Es war zudem als Antwort auf US-Rüstungsentwicklungen gedacht.

Trappier begründete das Aus des Projekts mit unüberbrückbaren Differenzen mit dem Hauptpartner Airbus. Airbus hatte seinerseits Dassault für das Scheitern verantwortlich gemacht. Die genauen Streitpunkte betrafen unter anderem die Aufgabenteilung und die Führungsrolle in dem milliardenschweren Programm.

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Optionen für die Zukunft: Alleingang oder neue Partner

Auf die Frage, ob Frankreich wie schon beim Ausstieg aus dem Eurofighter-Programm in den 1980er Jahren allein weitermachen könne, sagte Trappier: „Wir können es allein schaffen, das ist möglich, oder wir können Partner finden. Müssen diese Partner ausschließlich europäisch sein? Das ist eine offene Frage.“ In der Branche wird spekuliert, dass Frankreich sich wegen Budgetbeschränkungen an den schwedischen Flugzeugbauer Saab oder eine Nation im Nahen Osten wenden könnte. Airbus wirbt ebenfalls um Saab als Partner für eigene Projekte.

Rafale F5: Entwicklungsvertrag bis Jahresende angestrebt

Kurzfristig hofft Dassault auf einen Entwicklungsvertrag für die nächste Version des bestehenden Kampfjets Rafale, bekannt als Rafale F5, bis Ende des Jahres. „Wir prüfen jetzt die F5 mit unseren Partnern, was bis Ende des Jahres zu einem Entwicklungsvertrag führen sollte, wenn wir unseren Zeitplan einhalten wollen“, sagte Trappier. Die Rafale F5 soll modernisierte Fähigkeiten erhalten, um die Lücke bis zur Einführung eines neuen Systems zu schließen.

Die Entscheidung über die Zukunft der europäischen Luftkampffähigkeiten hat weitreichende Auswirkungen auf die Rüstungsindustrie und die militärische Zusammenarbeit in Europa. Während Deutschland und Frankreich nach Alternativen suchen, bleibt abzuwarten, ob ein neues europäisches Projekt oder eine Kooperation mit außereuropäischen Partnern die Lücke füllen wird.

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