Deutsche Formel-1-Geschichte: Von Audi bis Zakspeed – die deutschen Abenteuer in der Königsklasse
Deutsche Formel-1-Geschichte: Von Audi bis Zakspeed

Deutsche Formel-1-Geschichte: Von Audi bis Zakspeed – die deutschen Abenteuer in der Königsklasse

Mit dem Debüt von Audi als Werksteam beim Großen Preis von Australien am 8. März 2026 wird die Formel 1 um einen weiteren deutschen Teilnehmer bereichert. Nico Hülkenberg, derzeit einziger deutscher Fahrer in der Rennserie, sitzt am Steuer des R26. Dieses Ereignis bietet Anlass, auf die reiche Geschichte deutscher Hersteller und Teams in der Königsklasse des Motorsports zurückzublicken – von den erfolgreichen Silberpfeilen bis zu kuriosen Designs wie dem „Eifel-Ferrari“.

Audi: Der Neustart mit E-Power

Audi tritt 2026 als Werksteam in die Formel 1 ein, angetrieben durch das neue sportliche Reglement, das Motoren mit mehr elektrischer Leistung vorsieht. Audi-Chef Gernot Döllner betonte, der Einstieg sei nie besser gewesen als mit dieser Regeländerung. Das Unternehmen übernahm den Schweizer Rennstall Sauber, wobei das Chassis in Hinwil entwickelt wird und der Antriebsstrang in Neuburg an der Donau gebaut wird. Neuburg ist damit der einzige operative Standort eines Formel-1-Teams in Deutschland, was als kleiner Seitenhieb in Richtung Mercedes interpretiert werden könnte.

Mercedes: Erfolge und Comebacks

Mercedes ist als erfolgreichster deutscher Rennstall in der Formel-1-Geschichte bekannt. Nach ersten Erfolgen in den 1950er Jahren mit Juan Manuel Fangio zog sich das Team nach der Katastrophe von Le Mans 1955 zurück. Erst 2010 kehrte Mercedes als Werksteam zurück, nachdem es zuvor bereits Motoren an McLaren geliefert und mehrere Titel gewonnen hatte. Seitdem errang das Team von 2014 bis 2020 sieben Saisons in Folge sowohl den Fahrer- als auch den Konstrukteurstitel, eine einzigartige Leistung in der Formel-1-Historie.

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BMW: Vom Motorenlieferant zum Werksteam

BMW hatte mehrere Auftritte in der Formel 1, zunächst als Motorenlieferant. Mit Brabham wurde BMW 1983 Weltmeister, dank eines starken Vierzylinder-Turbomotors. Später belieferte BMW das Williams-Team und trat 2006 erstmals mit einem eigenen Werksteam an, nachdem man sich bei Sauber eingekauft hatte. Trotz einiger Erfolge, wie einem Grand-Prix-Sieg 2008, zog sich BMW 2009 unter dem Kostendruck der Finanzkrise aus der Formel 1 zurück.

Porsche: Stippvisiten und Titelgewinne

Porsche, bekannt für Dominanz im Langstreckensport, hatte in der Formel 1 eher kurze Engagements. 1962 holte Dan Gurney mit dem Porsche 804 den einzigen Grand-Prix-Sieg, bevor sich das Team aufgrund hoher Kosten zurückzog. Später war Porsche als Motorlieferant erfolgreich, gewann mit McLaren dreimal in Folge den Fahrertitel, scheiterte aber zuletzt mit Plänen für einen Wiedereinstieg mit Red Bull.

Zakspeed: Der Eifel-Rennstall

Das privat geführte Zakspeed-Team aus Niederzissen im Kreis Ahrweiler debütierte 1985 in der Formel 1 und entwickelte sowohl Chassis als auch Motor in Eigenregie – eine Seltenheit zu dieser Zeit. Finanziell unterstützt von der Zigarettenmarke West, erzielte das Team mit einem fünften Platz 1987 sein bestes Ergebnis. Nach der Saison 1989 zog sich Zakspeed aus der Formel 1 zurück, blieb aber in anderen Rennserien erfolgreich.

Weitere deutsche Teams: ATS, EMW, Eifelland und mehr

Neben den großen Herstellern gab es weitere deutsche Teams in der Formel 1. ATS Racing, benannt nach einem Felgenhersteller, war von 1977 bis 1984 aktiv, ohne große Erfolge zu erzielen. Das Eisenacher Motoren Werk (EMW) aus der DDR startete 1953, konnte aber kein Rennen beenden. Eifelland, gegründet von einem Wohnwagenbauer, fiel 1972 durch ein skurriles Design von Luigi Colani auf, war aber sportlich nicht erfolgreich. Das Willi Kauhsen Racing Team scheiterte 1979 bereits im Training und beendete sein Abenteuer schnell.

Die deutsche Formel-1-Geschichte ist geprägt von Höhen und Tiefen, von legendären Erfolgen und kuriosen Experimenten. Mit Audis Einstieg 2026 schreibt sich ein neues Kapitel in dieser faszinierenden Tradition.

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