Dieselpreis über 2 Euro im Tagesschnitt: Iran-Krieg treibt Spritkosten
Diesel über 2 Euro: Iran-Krieg treibt Spritpreise

Dieselpreis überschreitet Zwei-Euro-Marke im Tagesschnitt

Die Spritpreise in Deutschland setzen ihren steilen Aufwärtstrend unvermindert fort. Sowohl Dieselkraftstoff als auch Benzin haben sich am Mittwoch erneut deutlich verteuert. Im Vergleich zum Freitag der Vorwoche fällt der Preisanstieg besonders drastisch aus.

Konkrete Preisentwicklung und Expertenmeinung

Diesel kostete im bundesweiten Tagesschnitt des Mittwochs exakt 2,005 Euro pro Liter, wie der ADAC mitteilte. Das bedeutet einen Anstieg um 8,8 Cent gegenüber dem Vortag und sogar um 25,9 Cent im Vergleich zum Freitag vor Ausbruch des Iran-Krieges. Super E10 verteuerte sich zum Dienstag um 3,8 Cent auf 1,935 Euro pro Liter, was einem Plus von 15,7 Cent gegenüber dem Freitag entspricht.

Interessant ist, dass Diesel die psychologisch wichtige Zwei-Euro-Marke am Mittwoch bereits in der morgendlichen Preisspitze vorübergehend überschritten hatte. Anders als an normalen Werktagen folgte danach jedoch kein signifikanter Preisrückgang im weiteren Tagesverlauf.

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Die aktuelle Situation, in der Diesel teurer ist als Benzin, erklärt sich laut Experten durch die besondere Krisenanfälligkeit des Dieselpreises. Dieser wird unter anderem als Ersatz für Gas verwendet und spielt für die Industrie eine größere Rolle, was ihn anfälliger für geopolitische Spannungen macht.

Politische Reaktionen und Diskussion um Maßnahmen

Dass E10 oder Diesel im Tagesdurchschnitt mehr als zwei Euro kosteten, war zuletzt im Jahr 2022 der Fall. Die anhaltend hohen Spritpreise haben inzwischen eine intensive Diskussion über mögliche Gegenmaßnahmen ausgelöst, darunter eine erneute Spritpreisbremse.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte eine Überprüfung der Preise an: „Wir werden prüfen, dass nicht eine Situation ausgenutzt wird, die sich an den Märkten abbildet, aber nicht in dieser Höhe“, erklärte Reiche im Podcast von „Table.Briefings“. Sie stehe dazu im intensiven Austausch mit dem Bundeskartellamt.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) warnte Mineralölkonzerne vor Konsequenzen, sollten sie versuchen, aus dem Iran-Krieg und der aktuellen Lage Kapital zu schlagen. „Es darf da jetzt keine Abzocke geben und da muss Politik natürlich auch handeln“, betonte der SPD-Chef in der Sendung „ZDF spezial“.

Historischer Kontext und geopolitische Ursachen

Im Jahr 2022 hatte der Staat bereits einmal die Steuern auf Diesel und Benzin von Juni bis August deutlich gesenkt, um Autofahrer angesichts damals hoher Preise zu entlasten. Diese Maßnahme war jedoch teilweise auf deutliche Kritik gestoßen, da die Erleichterung die Verbraucher nur unvollständig erreicht hatte.

Hintergrund der aktuellen Preisexplosion ist der eskalierende Iran-Krieg und die damit verbundene Sperrung der strategisch wichtigen Straße von Hormus vor der Küste des Landes. Diese Wasserstraße spielt für globale Öl- und Gaslieferungen eine zentrale Rolle. Seit der Eskalation am vergangenen Samstag sind nicht nur die Spritpreise, sondern auch die Rohstoffkosten für Rohöl und Gas deutlich gestiegen.

Die anhaltende Unsicherheit an den Energiemärkten und die geopolitische Spannungslage lassen Experten befürchten, dass die Spritpreise auf absehbare Zeit auf hohem Niveau verharren werden.

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