Dieselpreis überspringt 2-Euro-Marke morgens - Iran-Konflikt treibt Spritpreise
Die Benzinpreise sind am Mittwochmorgen erneut deutlich gestiegen, wobei die Entwicklung regional unterschiedlich ausfiel. An einer Tankstelle in Berlin wurde ein besonders starker Anstieg verzeichnet, wie ein aktuelles Foto dokumentiert.
Morgendliche Preisspitze erreicht neuen Höchststand
Der Iran-Krieg treibt die Spritpreise kontinuierlich nach oben. In der typischen morgendlichen Preisspitze um 7.15 Uhr ermittelte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,054 Euro pro Liter Diesel. Damit wurde erstmals seit längerer Zeit die psychologisch wichtige Zwei-Euro-Marke überschritten. Im Tagesverlauf kann der Preis allerdings wieder fallen - um 8.30 Uhr waren es bereits nur noch 1,991 Euro.
An normalen Tagen sind Benzin und Diesel morgens in der Regel mehr als zehn Cent teurer als am Abend. Der aktuelle schnelle Anstieg hat diese reguläre Entwicklung teilweise überlagert und zu ungewöhnlich hohen Spitzenwerten geführt.
E10-Preis steigt ebenfalls deutlich
Auch Superbenzin der Sorte E10 legte deutlich zu und kostete in der morgendlichen Spitze 1,995 Euro pro Liter. Der Anstieg fiel dabei nicht ganz so stark aus wie beim Dieselpreis, der laut ADAC-Angaben deutlich sensibler auf internationale Krisen reagiert. Diese unterschiedliche Reaktionsfähigkeit der Kraftstoffsorten auf geopolitische Ereignisse wird regelmäßig beobachtet.
Tagesdurchschnittspreise zeigen starken Aufwärtstrend
Schon am Montag und Dienstag war der Spritpreis rapide gestiegen. Der bundesweite Tagesdurchschnittswert, der die starken Schwankungen im Tagesverlauf ausgleicht und dadurch langfristig besser vergleichbar ist, lag am Dienstag bei 1,897 Euro für einen Liter E10 und bei 1,917 Euro für einen Liter Diesel.
Das entsprach einem Anstieg von 5,8 beziehungsweise 10,1 Cent gegenüber dem Montag beziehungsweise 12,1 und 17,7 Cent im Vergleich zum Freitag. Ein weiterer Anstieg des Tagesdurchschnittspreises ist angesichts der aktuellen Zahlen sehr wahrscheinlich. Dass Diesel auch in diesem Wert die Zwei-Euro-Marke überschreitet, war zuletzt im September 2022 der Fall.
Geopolitische Faktoren als Preistreiber
Seit der Konflikt im Nahen Osten am Samstag eskaliert ist, steigen die Preise für Rohöl und in der Folge auch für Sprit und Heizöl kontinuierlich. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die strategisch wichtige Straße von Hormus.
Durch dieses maritime Nadelöhr vor der Küste des Irans passiert rund ein Fünftel der globalen Öltransporte. Jede Störung in dieser Region kann die Energiepreise weltweit in die Höhe treiben. Der Iran hat als Reaktion auf die jüngsten Angriffe den Schiffsverkehr bereits eingeschränkt.
Keine Versorgungsengpässe erwartet
Der Ölpreis stellt - zusammen mit dem Dollarkurs - den wichtigsten Treiber für Veränderungen beim Spritpreis dar. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie wies darauf hin, dass der Nahe Osten derzeit auch als Lieferant von fertigem Kraftstoff - insbesondere Diesel - teilweise ausfalle.
Versorgungsengpässe seien jedoch nicht zu befürchten, weder bei Benzin und Diesel, noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff, wie es zuletzt hieß. Deutschland beziehe sein Rohöl aus rund dreißig verschiedenen Ländern. Die Hauptlieferländer sind dabei Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.
Regionale Preisunterschiede bleiben bestehen
Je nach Tankstelle können weiterhin große Abweichungen zum Durchschnittspreis beobachtet werden. So gab es auch am Morgen noch zahlreiche Tankstellen, an denen Diesel unter zwei Euro pro Liter erhältlich war. Gerade in Krisenzeiten lohne sich der Preisvergleich besonders, betont der ADAC nachdrücklich.
Das Tanken ist seit Ausbruch des Iran-Krieges deutlich teurer geworden, wie Archivbilder dokumentieren. Verbraucher sollten sich auf weiterhin volatile Preisentwicklungen einstellen und regelmäßig Preise vergleichen, um Kosten zu sparen.



