E-Autos mit Anhänger: Das müssen Fahrer beachten
Ob Fahrrad, Pferd oder Gartenschnitt – ein Autoanhänger erweitert die Transportmöglichkeiten erheblich. Immer mehr Elektroautos sind bereits ab Werk mit einer Anhängerkupplung ausgestattet. Doch wie schwer dürfen diese Fahrzeuge eigentlich ziehen? Und ist eine Nachrüstung möglich? Der Auto Club Europa (ACE) gibt wichtige Hinweise zu diesen Fragen.
Die Anhängelast: Ein Blick in die Fahrzeugpapiere
Welche Last ein E-Auto ziehen darf, ist keineswegs einheitlich geregelt. Die Spannbreite reicht von leichten Anhängern bis hin zu schweren Wohnwagen. Die sogenannte Anhängelast, die nicht überschritten werden darf, findet sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I – dem Dokument, das vielen noch als Fahrzeugschein bekannt ist.
Wichtig: Steht in den Feldern O.1 und O.2 für ungebremste Anhänger lediglich ein Strich, bedeutet dies, dass das Fahrzeug ab Werk nicht für den Anhängerbetrieb zugelassen ist. Wer über keine Anhängerkupplung verfügt, aber nachrüsten möchte, sollte daher zunächst in den Fahrzeugpapieren prüfen, ob dies überhaupt möglich ist.
Nachrüstung: Genehmigung und fachgerechte Montage
Ist eine Nachrüstung grundsätzlich erlaubt, muss die Anhängerkupplung eine gültige Genehmigung besitzen und für den konkreten Fahrzeugtyp zugelassen sein. Der ACE empfiehlt eine professionelle Beratung und fachgerechte Montage durch Experten.
Vorsicht: Wird die Kupplung nicht vom Hersteller für das Fahrzeug freigegeben oder nicht nach Herstellervorgaben eingebaut, kann die Herstellergarantie erlöschen. Dies sollte unbedingt beachtet werden.
Interessant zu wissen: Selbst wenn kein Anhängerbetrieb erlaubt ist, kann es dennoch möglich sein, einen Fahrradträger oder eine Heckbox am E-Auto anzubringen. Auch die darauf bezogene maximale Stützlast ist in den Fahrzeugpapieren vermerkt.
Reichweitenverlust: Ein entscheidender Faktor
Wie bei Verbrennern erhöht sich auch bei Elektroautos durch einen Anhänger der Energieverbrauch auf der Strecke. Beim E-Auto reduziert ein Anhänger somit die ohnehin begrenzte Reichweite. Während ein paar Gartenabfälle im kleinen Hänger kaum ins Gewicht fallen, kann ein großer Wohnwagen die Reichweite um bis zur Hälfte verringern. Entsprechend viele Ladepausen sind dann erforderlich.
Diese können mit Anhänger jedoch problematisch werden, da viele Ladepunkte nicht genug Platz für ein Gespann bieten. Der ACE rät: Vor der Fahrt sollte man über eine App oder digitale Kartendienste prüfen, wo mit ausreichend Rangierfläche geladen werden kann. Am besten geeignet sind Ladesäulen mit Durchfahrmöglichkeit. Passt es nicht, muss notfalls zum Laden abgekuppelt werden – diese zusätzliche Zeit sollte eingeplant werden.
Fazit: Die Nutzung eines Anhängers mit dem E-Auto erfordert sorgfältige Planung. Von der Prüfung der Anhängelast über die Genehmigung einer Nachrüstung bis hin zur Berücksichtigung des Reichweitenverlusts gibt es zahlreiche Punkte zu beachten. Eine professionelle Beratung kann hier wertvolle Hilfe leisten.



