Letzte Schiffe befreit: Hapag-Lloyd meldet Erfolg
Knapp vier Monate nach Beginn des Irankriegs und der damit verbundenen Blockade der Straße von Hormus hat Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd die Durchfahrt von zwei weiteren Schiffen bestätigt. Damit sitzt keines der Hapag-Lloyd-Schiffe mehr im Persischen Golf fest. Eine Sprecherin des Hamburger Unternehmens erklärte, alle Frachter, die von der vorübergehenden Schließung der Meerenge betroffen waren und auf die Ausfahrt gewartet hatten, hätten die Region inzwischen sicher verlassen.
Zuletzt waren es noch vier Hapag-Schiffe, die aufgrund des Konflikts feststeckten. Nun seien zwei von ihnen aus dem Golf herausgefahren. Ein drittes Schiff sei unterverchartert worden, das vierte verbleibe für einen neu angelaufenen Einsatz im Golf. Ursprünglich waren es sechs Hapag-Schiffe mit 150 Seeleuten gewesen. Eines, die „Tema Express“, kam bereits in einer Nacht im April frei. Bei einem anderen lief der Chartervertrag aus, womit es nicht mehr zur Hapag-Lloyd-Flotte gehörte.
Hintergrund: Friedensabkommen ermöglicht Bewegung
Nach der jüngsten Einigung der USA und des Iran auf ein vorläufiges Friedensabkommen hatte das Hamburger Unternehmen die Hoffnung geäußert, dass auch weitere Schiffe bald die Straße von Hormus passieren können. Seit Wochen tagte bei Hapag-Lloyd ein Krisenstab, um eine Rückholung der Schiffe zu organisieren. „Dies erfolgte erst nach sorgfältiger Bewertung der Sicherheitslage und in enger Abstimmung mit den relevanten Behörden, Sicherheitspartnern sowie unseren Teams an Bord und an Land“, sagte die Sprecherin. Aus Sicherheitsgründen gebe Hapag-Lloyd keine Details wie Namen einzelner Schiffe, Routen oder Zeitpläne bekannt.
Auf die Frage, ob die Schiffe im Rahmen eines seit Dienstag laufenden Evakuierungsplans der UN-Schifffahrtsorganisation IMO freigekommen seien, verwies die Sprecherin auf die Sicherheitsrichtlinien. Seit Beginn der IMO-Maßnahme haben nach Daten von Donnerstag 57 Schiffe die Straße von Hormus passiert. An Bord dieser Schiffe seien schätzungsweise 1100 Seeleute, so die International Maritime Organization. Der IMO-Plan soll insgesamt Hunderten Schiffen mit rund 11.000 Crewmitgliedern die Durchfahrt ermöglichen.
Maersk ebenfalls erfolgreich
Die dänische Containerreederei Maersk teilte ihrerseits am Donnerstag mit, dass zwei ihrer Schiffe die Meerenge in der Nacht sicher durchquert und den Golf verlassen hätten. Dabei handle es sich um die konzerneigene „Maersk Baltimore“ und ein derzeit von Maersk gechartertes Schiff. Zu einem späteren Zeitpunkt solle noch ein Schiff folgen. Zwei weitere Schiffe verblieben im Golf, so Maersk. Die Durchfahrten waren zuvor nach einem Angriff auf ein Schiff vor der Küste Omans wieder gestoppt worden.
Auswirkungen auf die Schifffahrt
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt für den Öl- und Gütertransport. Die Blockade durch den Irankrieg hatte weltweit Lieferketten beeinträchtigt. Mit der schrittweisen Freigabe der Schiffe normalisiert sich die Lage langsam. Hapag-Lloyd und Maersk gehören zu den größten Reedereien weltweit und sind maßgeblich an der globalen Containerlogistik beteiligt.



