Iran-Konflikt treibt Sprit- und Heizölpreise auf Rekordniveau
Iran-Konflikt lässt Sprit- und Heizölpreise explodieren

Iran-Krieg treibt Energiepreise auf Rekordhöhen

Der eskalierende Konflikt im Iran macht sich unmittelbar an deutschen Zapfsäulen bemerkbar. Nach ersten leichten Anstiegen übers Wochenende haben die Spritpreise am Montag kräftig zugelegt und erreichen Niveaus, die seit Jahren nicht mehr verzeichnet wurden.

Dramatische Preissprünge an den Tankstellen

Wie der ADAC mitteilte, kostete Superbenzin der Sorte E10 am Montagnachmittag bereits 7,3 Cent mehr als am Freitag vor der Eskalation. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei Diesel aus, der sich um 8,1 Cent verteuerte. Bereits am Sonntag hatten die Kraftstoffe im bundesweiten Tagesdurchschnitt die höchsten Werte seit dem Frühjahr 2024 erreicht.

Die Entwicklung könnte weiter anhalten: „Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten“, erklärt Energieexperte Laberer. Allerdings gebe es mittelfristig Hoffnung auf gemäßigtere Preise, falls sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte.

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Heizölpreise schießen noch stärker nach oben

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation beim Heizöl. Das Internetportal Heizoel24 verzeichnete am Montagvormittag zeitweise Preise von über 120 Euro pro 100 Litern, später sank dieser Wert auf etwa 118 Euro. Noch am Freitag hatten die Preise deutlich unter 100 Euro gelegen. Parallel zum rapiden Anstieg meldete die Seite eine außergewöhnlich hohe Nachfrage.

Laut Laberer könnte der vergleichsweise geringere Anstieg beim Sprit auch daran liegen, dass insbesondere Diesel in den letzten Wochen bereits überteuert gewesen sei. „Dadurch fiel die aktuelle Erhöhung vielleicht etwas geringer aus“, so der Experte.

Politische Kritik an Preisentwicklung

Scharfe Kritik an den schnellen Preiserhöhungen kommt aus der SPD. „Was wir an vielen Tanksäulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend Abzocke!“, erklärt Esra Limbacher, Sprecher der realpolitisch orientierten SPD-Seeheimer. Benzin und Diesel, die aktuell verkauft würden, seien überwiegend zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden.

„Es ist inakzeptabel, wenn geopolitische Unsicherheiten als Vorwand für überzogene Margen genutzt werden“, betont Limbacher. Wer steigende Weltmarktpreise sofort weitergebe, müsse dies auch mit sinkenden Preisen tun.

Geopolitische Ursachen und praktische Tipps

Der Ölpreis stellt in Kombination mit dem Dollarkurs typischerweise den wichtigsten Treiber für Veränderungen bei Sprit und Heizöl dar. Die aktuelle Eskalation treibt den Ölpreis insbesondere deshalb, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus eingeschränkt hat.

Rund ein Fünftel der globalen Öltranspassiert täglich diese Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung in diesem sensiblen Bereich kann Energiepreise steigen lassen und internationale Märkte verunsichern.

Für Verbraucher, die aktuell beim Tanken sparen möchten, rät Laberer zu den Abendstunden – dann ist Sprit in der Regel günstiger als am Morgen. Zudem lohne sich der Preisvergleich zwischen Tankstellen jetzt besonders: „Gerade in volatilen Zeiten können die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen besonders hoch ausfallen.“

Experten sprechen bei der unterschiedlichen Geschwindigkeit von Preissteigerungen und -senkungen auch vom sogenannten Rakete-und-Feder-Effekt: Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft deutlich länger, bis sich dies beim Endverbraucher bemerkbar macht.

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