Italo-Züge: Ex-Ferrari-Chef plant Luxus-Konkurrenz für die Bahn ab München
Italo-Züge: Neue Bahn-Konkurrenz ab München geplant

Der ehemalige Ferrari-Chef Luca di Montezemolo plant, mit seinen edlen Italo-Zügen nach Deutschland zu kommen. Besonders München würde von den neuen Verbindungen profitieren. Einem Münchner Unternehmen winkt ein Milliarden-Auftrag. Doch es gibt auch Haken.

Italo-Züge: Bisher in Italien unterwegs

Münchner, die oft mit dem Zug nach Italien reisen, kennen die Italo-Züge. Die roten Hochgeschwindigkeitszüge sind von Bozen bis weit in den Süden Italiens unterwegs. Sie sind seit Jahren die große Konkurrenz der Frecciarossa-Züge der italienischen Staatsbahn. Die Marke Italo ist in großen italienischen Bahnhöfen mit Schaltern, Automaten und eigenen Lounges präsent.

Entscheidung in wenigen Wochen

Jetzt drängen die Italiener nach Deutschland – und könnten besonders den Münchnern viele neue Angebote machen. Der Frecciarossa soll, wenn alles glattgeht, ab Dezember neue Direktverbindungen von München über Verona nach Mailand und Rom bieten. Später sind auch Züge bis Berlin geplant. Nun wird bekannt, wie weit die Deutschland-Pläne für Italo fortgeschritten sind. Dessen Boss Luca di Montezemolo hofft im Mai auf grünes Licht aus Deutschland für sein Mega-Projekt. Bekommt er die Zusage für eine langfristige Zuweisung von Netzkapazitäten, soll es riesige Investitionen geben.

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Milliarden-Auftrag für Siemens

Bei Siemens liegt ein Vertrag über die Bestellung von Zügen im Wert von 3,6 Milliarden Euro bereit. 30 Jahre soll Siemens die Züge auch warten. Italo wolle mit einem deutschen Tochterunternehmen 2500 Arbeitsplätze schaffen. In Deutschland sollen die Züge nicht rot, sondern blau sein – und innen sehr edel. Tatsächlich hat Italo in Italien einen sehr hohen Standard; die Züge sind deutlich sauberer als viele ICEs. Montezemolo glaubt, dass sein Einstieg in den deutschen Markt den Bahnkunden guttun würde. In Italien bietet er oft sehr günstige Tickets; die Fahrpreise seien seit dem Markteintritt um 40 Prozent gesunken.

Geplante Verbindungen ab München

Schon im April 2028 möchte Italo an den Start gehen und innerdeutsche Verbindungen anbieten, die den Fernverkehr von München aus aufwerten. München–Köln–Dortmund soll im Stundentakt fahren, München–Berlin–Hamburg im Zweistundentakt. 250 Millionen Euro an Trassengebühren würde Italo pro Jahr in Deutschland zahlen, was in die Schienen investiert werden könnte. An den Bahnhöfen will man wie in Italien sehr präsent sein. Voraussetzung ist eine Zulassung von der Bundesnetzagentur. Der Italiener gibt sich zuversichtlich: „Ein Rückzug wäre in niemandes Interesse.“

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