Werder Bremen verfolgt eine klare Scouting-Strategie: Der Verein verzichtet bewusst auf sogenannte WM-Exoten – Spieler, die bei einer Weltmeisterschaft durch Einzelleistungen auffallen, aber in ihrer Karriere keine konstante Leistung gezeigt haben. Sportchef Clemens Fritz betont, dass man sich auf kalkulierbare Transfers konzentriere, um finanzielle Risiken zu vermeiden.
Keine Experimente bei Neuzugängen
„Wir holen keine Spieler, die nur bei einer WM glänzen, aber davor und danach nicht überzeugen“, sagte Fritz in einem Interview. Diese Vorgabe sei Teil der Philosophie des Vereins, der mit begrenzten Mitteln wirtschaften müsse. Statt auf kurzfristige Impulse setze man auf Spieler, die sich in europäischen Ligen bereits bewährt hätten.
Die Bremer haben in den vergangenen Jahren mehrfach auf erfahrene Profis gesetzt, wie die Verpflichtungen von Mitchell Weiser oder Niclas Füllkrug zeigen. „Wir müssen jeden Euro zweimal umdrehen“, so Fritz weiter. Ein Fehlgriff bei einem teuren WM-Star könne den Verein in finanzielle Schieflage bringen.
Erfolgsquote durch klare Kriterien
Die Scouting-Abteilung von Werder arbeitet mit einem detaillierten Anforderungsprofil. Dazu gehören unter anderem die körperliche Verfassung, die taktische Flexibilität und die charakterliche Eignung. „Wir schauen uns die Spieler über mehrere Saisons an, nicht nur über ein Turnier“, erklärte Fritz. Diese Methode habe sich bewährt: In den letzten drei Transferperioden habe man eine Erfolgsquote von über 80 Prozent bei Neuzugängen erzielt.
Ein Beispiel für die Strategie ist die Verpflichtung von Marvin Ducksch, der sich nach einer durchwachsenen Zeit bei Hannover 96 in Bremen stabilisierte. „Er hatte keine WM-Highlights, aber er passte in unser System und liefert konstant“, so Fritz.
Finanzielle Vernunft als oberstes Gebot
Werder Bremen gehört zu den Vereinen der Bundesliga, die auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit achten. Der Klub hat in den vergangenen Jahren Schulden abgebaut und investiert nur in Spieler, die das Potenzial für eine Weiterentwicklung haben. „Ein WM-Exot, der nach einem Turnier seinen Marktwert verdoppelt, ist für uns kein Thema“, betonte Fritz. Man setze lieber auf Spieler, die langfristig an den Verein binden könnten.
Diese Strategie zeigt Wirkung: Werder steht in der Tabelle gut da und hat eine Mannschaft, die als Einheit funktioniert. „Wir brauchen keine Strohfeuer, sondern Spieler, die Woche für Woche Leistung bringen“, sagte der Sportchef abschließend.



