Jetzt zählt plötzlich jeder Tag. Und vielleicht sogar jede Minute auf dem Platz. Karim Adeyemi (24) steht nach seinem Muskelfaserriss vor dem Comeback bei Borussia Dortmund. Freitagabend gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr, Sky) soll der Offensiv-Star wieder zum Kader gehören. Doch ausgerechnet die Aussagen von Trainer Niko Kovač (54) lassen aufhorchen – und könnten für Adeyemi im WM-Kampf zum echten Problem werden.
Kovac bremst Adeyemi
Kovač sagte vor dem Spiel: „Ich möchte natürlich schon, dass so viele Spieler von uns wie möglich bei der WM dabei sein. Karim hatte muskuläre Probleme. Das wird eher was von der Bank werden. Wenn er reinkommt, kann er dann dort auch seinen Impact geben.“ Heißt: Adeyemi ist zwar zurück. Aber eben noch nicht bereit für die Startelf.
Kostet das Adeyemi die WM?
Und genau das könnte für ihn jetzt zum großen Risiko werden. Denn die Zeit läuft ihm davon. Bundestrainer Julian Nagelsmann beobachtet die letzten Wochen vor der WM ganz genau. Noch zwei Spiele – dann wird es ernst im Rennen um die Tickets für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Vor allem Spieler auf der Kippe müssen jetzt liefern. Jeder Einsatz, jede Aktion, jedes Tor kann entscheidend werden. Genau deshalb ist die Situation für Adeyemi so brisant. Nach seiner Verletzung fehlen ihm wichtige Minuten, während andere Kandidaten weiter Spielpraxis sammeln und Argumente für sich liefern.
Warnsignal im März
Schon in der letzten Länderspielpause im März hatte Nagelsmann auf den Dortmunder verzichtet. Für Adeyemi war das ein klares Warnsignal. Seitdem kämpft er darum, sich wieder ins Blickfeld des Bundestrainers zu spielen. Immerhin: Unter der Woche meldete sich Adeyemi im Training sichtbar motiviert zurück. Auf Social Media zeigte er sogar eine Szene, in der er Teamkollege Carney Chukwuemeka tunnelt. Der Offensiv-Star wirkt heiß auf sein Comeback – und weiß offenbar selbst ganz genau, worum es jetzt geht.
WM ist sein großes Ziel
Adeyemi sagte zuletzt selbst: „Am Ende entscheidet der Bundestrainer. Jetzt die paar Wochen habe ich noch, um mich zu beweisen, dass ich dabei sein kann. Amerika, México und Kanada – das ist schon krank geil. Ich hätte lieber gar keinen Urlaub und wäre bei der WM dabei.“ Klar ist aber auch: Nur Kurzeinsätze werden ihm vermutlich nicht reichen. Adeyemi braucht jetzt starke Momente, Tempo, Tore und Szenen, die hängen bleiben.



