Deutscher Lada-Importeur stellt Betrieb nach 25 Jahren ein
Für Lada-Fans war es stets ein Kultauto: Der kleine zweitürige Geländewagen Niva, der in den 2000er-Jahren zeitweise als Neuwagen für unter 10.000 Euro zu haben war. Doch jetzt ist endgültig Schluss: Der deutsche Lada-Importeur ist insolvent und hat den Betrieb eingestellt. In Buxtehude und Neu Wulmstorf in Niedersachsen gehen nach 25 Jahren die Lichter aus. Zehn Mitarbeiter verlieren ihren Job.
Exoten aus Russland hatten es nie leicht
Einen Lada zu fahren, war immer auch eine Frage des Geschmacks – und der Leidensfähigkeit. Vor allem bei der Verarbeitung der Autos aus dem Ural. Doch trotz der oft kritisierten Qualität entwickelte sich insbesondere der Niva zu einem Kultobjekt für eine treue Fangemeinde. Auch mit dem vergleichsweise modernen Samara versuchte Lada in Deutschland noch einmal den Umschwung, doch das reichte nicht aus, um sich auf dem hart umkämpften Automarkt zu behaupten.
So kam es zur Insolvenz
Die Lada Automobile GmbH Buxtehude stellte beim Amtsgericht Tostedt einen Insolvenzantrag. Insolvenzverwalter Dr. Hendrik Heerma aus Hamburg von der Kanzlei Fink Rinckens Heerma bestätigt, dass der Geschäftsbetrieb bereits im Dezember 2025 durch den damaligen Geschäftsführer Dieter Trzaska stillgelegt wurde. „Ein Käufer für das seit längerer Zeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindliche Unternehmen konnte nicht gefunden werden“, erklärt der Insolvenzverwalter. „Ein bislang identifizierter Insolvenzgrund waren die seit Jahren stark rückläufigen Verkaufszahlen.“
Der Niedergang der russischen Import-Autos
Der Weg in die Insolvenz war lang:
- Die veraltete Technik der Fahrzeuge erfüllte längst nicht mehr die modernen Abgasvorschriften der Europäischen Union.
- Im April 2019 zog sich Lada aus dem Europa-Geschäft zurück, nachdem der russische Autobauer Awtowas den Vertrag mit dem deutschen Importeur kündigte.
- Ende 2019 beschäftigte der Importeur noch 44 Mitarbeiter, doch der Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit verbundenen Russland-Sanktionen beendeten 2022 das Geschäftsmodell mit aufgerüsteten Fahrzeugen in Deutschland.
- Der französische Autobauer Renault zog sich aus Russland zurück und trennte sich von seiner Beteiligung an Lada, wodurch der Zugang zu moderner und günstiger Technik fehlte.
- 2024 wurden nur noch 33 neue Lada-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen – ein deutliches Zeichen für den Niedergang der Marke.
Das Lada-Logo wird damit immer seltener auf deutschen Straßen zu sehen sein. Eine Ära geht zu Ende, die trotz aller Widrigkeiten eine treue Fangemeinde für die robusten Fahrzeuge aus Russland hervorbrachte.



