Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt ringt weiter um Lösungen für die in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Automobilzulieferer im Harz. „Die Situation ist herausfordernd“, sagte Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) nach der Kabinettssitzung in Magdeburg.
Gespräche mit Volkswagen geplant
Am Nachmittag ist in der Staatskanzlei ein weiteres Gespräch geplant, unter anderem mit Vertretern von Volkswagen. VW habe ein Interesse daran, mit dem Land ins Gespräch zu kommen, sagte Schulze. „Ziel wäre natürlich, hier eine Lösung zu finden. Inwieweit das möglich ist, kann ich aber jetzt noch nicht sagen.“
Bei dem Gespräch könnte es etwa um die Frage gehen, ob und inwieweit VW auch in den nächsten Jahren bereit ist, Teile aus dem Harz zu beziehen. Der Ministerpräsident hat mit Vertretern des insolventen Automobilzulieferers Bohai Trimet, dem Insolvenzverwalter und mit dem VW-Vorstand bereits mehrere Gespräche geführt.
Bedrohte Arbeitsplätze in der Region
Bohai Trimet stellt im Harz Aluminium-Gussteile für die Automobilindustrie her, dort arbeiten knapp 700 Beschäftigte. Von dem Aus des Unternehmens könnten laut dem Insolvenzverwalter auch weitere Arbeitsplätze bei Unternehmen in der Region betroffen sein, die wirtschaftlich mit Bohai verbunden sind. Die Landesregierung prüft daher alle Möglichkeiten, um eine Schließung zu verhindern und die Zukunft der Beschäftigten zu sichern.
Experten betonen, dass die Automobilbranche insgesamt unter Druck steht, insbesondere durch den Wandel zur Elektromobilität und globale Lieferkettenprobleme. Eine Insolvenz von Bohai Trimet wäre ein weiterer Rückschlag für die ohnehin angeschlagene Zulieferindustrie in Deutschland. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Gespräche zwischen Land, VW und dem Insolvenzverwalter zu einer tragfähigen Lösung führen können.



